23/12/2025
So. 2025. Hier sitze ich einmal mehr vorm Kamin und frage: wie wars?
Ich schaue auf über 150 Veranstaltungen zurück. Wieder über 100 Reden und rund 50 Performances und Bühnenjobs in nur einem Jahr. Ich hatte mir für 2025 vorgenommen, etwas weniger zu machen, manchen Bereich etwas zu kürzen, um mehr Fokus für neue Projekte zu erhalten. Heraus kam, dass neue Projekte einfach on top kamen und ich mehr Jobs realisierte als im Vorjahr. Ich bin schon auch echt stolz, dass ich ein weiteres Jahr in Selbständigkeit wirken durfte und meine Tätigkeitsfelder so gut funktionieren. Aber ich bleibe dabei: das ist schon sehr am Limit. Die Tatsache, wie krass ich heute spüre, wie viel Druck abfällt, zeigt mir immer wieder: diese personenbezogene Arbeit, die ich da mache, ist sehr fordernd und intensiv. Immer für Menschen. Immer vor Menschen. Immer kommt es auf diesen einen Livemoment an. Immer geht es um diesen einen Augenblick, in dem du funktionieren musst. Und genau dieses funktionieren müssen war ein prägender Moment in 2025. Ich musste an einem Tag, an dem für mich eine Welt zusammenbrach, eine Rede halten. Es war zu kurzfristig, um abzusagen. Ich war erstaunt, wozu ich in der Lage war. Wie man beiseiteschieben kann, wenn es wirklich notwendig wird. Gleichzeitig stimmt es mich nachdenklich: ist mein ständiges beiseite-schieben-müssen und Fokus auf die nächste Veranstaltung noch okay für mich?
Was ich hieraus und aus 2025 mitnehme:
Mehr und mehr Erfahrung. Routine. Mitgefühl.
Eigene Grenzen noch besser kennen und akzeptieren lernen. Mein Eindruck über meine Arbeit in 2025:
Ich glaube, ich wurde als Trauredner nochmal nen Tick besser.
Ich glaube, ich habe in neuen Showformaten richtig was auf die Bühne gebracht. Ich habe mehrfach mein Solomusical und Comedy gespielt. Das bedeutet mir viel.
Ich glaube, ich bin als Trauerredner in einem Lernfeld oder (kurzen?) Denkpause angekommen. Weiß nicht, ob ich da in diesem Jahr qualitativ gewachsen bin. Hier schleicht sich eine Routine ein, die ich beobachten muss.
Dazu wächst in mir mal wieder ein Drang nach Veränderung. Das kenne ich gut von mir. Alle 5-6 Jahre muss sich was lösen und neu entfachen. Mal sehen, was geht in #2026