12/08/2026
Wichtig❗️
Offener Brief an die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Union:
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf der TOYPLOSION verkaufen seit 2023 private Sammlerinnen und Sammler neben gewerblichen Händlerinnen und Händlern – und ein großer Teil dieser gewerblichen (internationalen) Aussteller betreibt neben dem Standgeschäft natürlich auch einen eigenen Online-Shop. Für viele von ihnen ist seit heute der Versand ins EU-Ausland faktisch beendet. Wir schreiben Ihnen, weil wir das für einen Fehler halten, der benannt gehört.
Nach Art. 45 Abs. 3 der PPWR braucht jeder, der in einen anderen Mitgliedstaat versendet, dort einen kostenpflichtigen Bevollmächtigten. In jedem Zielland einzeln. Ohne Bagatellgrenze, ohne Mengenschwelle, ohne Ausnahme für Kleinstunternehmen. Ein Paket im Jahr genügt.
Diese Shops bei uns auf der TOYPLOSION sind überwiegend kleine Betriebe. Dreißig Sendungen nach Österreich, fünfzehn nach Frankreich, zehn nach Italien – dem steht nun ein vierstelliger jährlicher Fixkostenblock gegenüber. Diese Rechnung geht für niemanden auf. Also werden Lieferländer abgeschaltet, reihenweise, seit Tagen.
Es trifft damit ausgerechnet jene, die die Basis der europäischen Wirtschaft bilden. Kleine und mittlere Betriebe stellen über neunundneunzig Prozent aller Unternehmen in der EU und beschäftigen rund zwei Drittel aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie sind nicht der Rand des Binnenmarkts, den man bei der Gesetzgebung mitlaufen lässt. Sie sind sein Fundament.
Für die Umwelt ändert das nichts. Dieselben Kartons fahren weiter durch Europa. Es ändert sich ausschließlich, wer sie verschickt: Für einen Konzern sind 27 Bevollmächtigte eine Zeile im Compliance-Budget, für unsere kleinen Händler sind sie das Ende des Auslandsgeschäfts. Eine Verordnung, die harmonisieren sollte, hat den grenzüberschreitenden Handel für die Kleinen unmöglich gemacht – und für die Großen nicht.
Dass die Regelung nicht trägt, wissen Sie selbst: Die Kommission hat vorgeschlagen, diese Pflicht bis 2035 auszusetzen. Im Rat wurden die Verhandlungen eingestellt. Das Parlament berät im Oktober. In Kraft getreten ist sie trotzdem. Wer im Herbst entlastet wird, hat seine Kundschaft im August längst verloren.
Lassen Sie uns offen sein: Genau solche Regelungen sind Wasser auf die Mühlen derer, die die europäische Integration grundsätzlich ablehnen. Wir gehören nicht zu ihnen. Wir stehen hinter der Europäischen Union, hinter dem Binnenmarkt und hinter unseren Händlern. Wer den europäischen Gedanken verteidigen will, muss ihn im Alltag der kleinen Betriebe funktionieren lassen – sonst überlässt man das Feld denen, die ihn ohnehin nie wollten.
Und wir halten fest, dass Europa in einer Zeit, in der es wirtschaftlich zusammenstehen müsste, seinen eigenen Mittelstand aus dem eigenen Binnenmarkt drängt.
TOYPLOSION GbR
Peter, Benny, Ferru und Philipp
Castrop-Rauxel am 12.08.2026