03/06/2026
DA CAPO — Hinter den Noten.
Ein Projekt wie Da Capo stellt unweigerlich eine Frage: Wie ist das eigentlich entstanden – diese Art, Musik aufzuschreiben, die wir heute als selbstverständlich betrachten? Dieser Frage bin ich nachgegangen. Mit Büchern, Recherchen, und zwei sehr besonderen Gesprächen.
Mein Werkstattnachbar in der , , Posaunist und Komponist, hat mir gezeigt, wie er als Musiker Notation betrachtet. Und er hat mich auf etwas Entscheidendes hingewiesen: Die Entwicklung der Musiknotation folgt immer der Entwicklung der Musik selbst – und der Instrumente. Neue Instrumente, neue Klänge, neue Schreibweisen. Dabei zeigte er mir neben vielen Beispielen auch, wie moderne Notationsprogramme am Rechner funktionieren und wie ich alte Musik lesen kann.
Auf der Buchmesse Leipzig traf ich Herrn Pfefferkorn, Verlagsleiter von Breitkopf & Härtel – dem ältesten Musiknotenverlag der Welt. Sein Vergleich hat mich nicht mehr losgelassen: Was Musiker heute in Notationsprogrammen schreiben, ist oft wie ein unformatiertes Word-Dokument, das ein Autor beim Verlag einreicht. Die eigentliche gestalterische Arbeit nach Notensatzregeln beginnt erst danach. Und diese Regeln? Die unterscheiden sich je nach Land – denn alle gängigen Notationsprogramme stammen aus Amerika, wo andere Konventionen gelten als in Europa. [Bild: Skizze zu Pausenzeichen]
Es gibt heute kaum noch eine Ausbildung zum Musiknotensatz. Auch im Musikstudium wird es kaum vermittelt. Ein Wissen, das sich über Jahrhunderte entwickelt hat, geht gerade still verloren.
Bei den Typotagen in Leipzig durfte ich das alles in einem Vortrag zusammenführen: »Lebendige Notation: Klangbild im Wandel« – von den frühesten Tontafeln aus dem alten Mesopotamien bis zu heutigen Notations-Fonts. Ein riesiges Thema. Viel zu groß für nur einen Vortrag. Und genau deshalb faszinierend.
Der Blogbeitrag zum gesamten Projekt Da Capo ist jetzt online und die limitierte Künstleredition findet ihr im Shop – Link in Bio. ♥️