08/12/2025
Schlankere Weihnachtsfeiern: Zeitlimits bei Getränken, keine Cocktails – so versuchen Firmen zu sparen
In diesem Jahr zeigen sich Weihnachtsfeiern vielerorts in ungewohnt abgespeckter Form. Die wirtschaftliche Lage, steigende Preise und knappe Budgets zwingen zahlreiche Unternehmen dazu, kreative Wege zu finden, um dennoch ein gemeinsames Fest zu ermöglichen. Gleichzeitig verschiebt sich ein deutlicher Trend ab: Immer mehr Feiern finden nicht mehr im stressigen Dezember statt, sondern erst im Januar.
Volle Lokale, kaum freie Termine. Wer heuer mit Kolleginnen, Kollegen oder sogar mit Geschäftspartnern feiern möchte, merkt schnell: Die beliebten Lokale in den Städten sind im Dezember schon seit Wochen, teilweise sogar seit Monaten, restlos ausgebucht. Für viele Unternehmen bleibt deshalb nur die Wahl, entweder flexibel zu sein oder extrem früh zu planen.
„Wir sehen deutlich, dass immer mehr Firmen ihre Weihnachtsfeiern in den Januar verlegen“, berichtet die Gastronomie. Der Hauptgrund sei simpel: Der Advent ist zu einem dicht gedrängten Zeitraum geworden. Zwischen Punschständen, privaten Treffen, Weihnachtsmärkten, Familienverpflichtungen und Jahresendstress bleibt oft kaum noch Platz für eine Firmenveranstaltung. Das führt dazu, dass alternative Termine – vor allem im Januar – mittlerweile zum Standard werden.
Früher planen zahlt sich aus. Auf der Suche nach den begehrten Wunschterminen handeln viele Betriebe mittlerweile vorausschauender als je zuvor. Während früher eine Reservierung im Herbst ausreichte, gehen heute die ersten Anfragen schon im Spätsommer ein – manche Gastronomen berichten sogar von Reservierungswünschen im Frühling. Wer zu spät kommt, hat kaum noch Chancen auf eine Top-Location. Die Ausweichlösung heißt daher immer öfter: Feiern nach Neujahr.
Vom Gasthaus ins Büro: Catering boomt
Doch nicht nur der Termin, auch die Art des Feierns verändert sich spürbar. Viele Unternehmen verlegen ihre Weihnachtsfeier ins eigene Büro und lassen sich das Essen einfach liefern. Catering-Lösungen gewinnen an Beliebtheit – nicht nur, weil sie flexibler und organisatorisch einfacher sind, sondern auch, weil sie deutlich kostengünstiger ausfallen können. Besonders kleinere Betriebe oder Firmen mit begrenzten Budgets profitieren von dieser Variante.
Ein weiterer Vorteil: Die Gestaltung ist frei wählbar. Vom Fingerfood-Buffet über regionale Spezialitäten bis hin zu vegetarischen oder veganen Optionen – die Auswahlmöglichkeiten sind groß. Für manche Teams ergibt sich zudem ein gemütlicheres Umfeld, in dem die Kolleginnen und Kollegen entspannt zusammenkommen können, ohne den formellen Rahmen eines Restaurants.
Sparen beim Trinken: Neue Regeln für Freigetränke
Eine Veränderung fällt besonders auf: Der Umgang mit Getränken. Während früher üppige Firmenfeiern mit offenen Bars keine Seltenheit waren, gehen viele Unternehmen inzwischen wesentlich sparsamer vor. Häufig werden nur noch Bier und Wein vollständig übernommen, während Cocktails oder hochprozentige Getränke selbst bezahlt werden müssen.
Manche Firmen führen sogar klare Zeitbegrenzungen ein: Getränke auf Firmenkosten gibt es beispielsweise nur bis Mitternacht. Danach wird privat weitergefeiert – oder die Feier endet offiziell an diesem Punkt.
Warum Unternehmen sparen müssen
Der wichtigste Beweggrund für all diese Maßnahmen lässt sich leicht zusammenfassen: Kostenkontrolle. Viele Betriebe müssen angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Ausgaben deutlich genauer rechnen. Weihnachtsfeiern werden dabei nicht abgeschafft, aber „verschlankt“. Der Rotstift macht auch vor geselligen Anlässen nicht halt.
„Unternehmen müssen derzeit auf jede Ausgabe achten – und das merkt man auch bei Feiern“, heißt es aus Branchenkreisen. Dennoch versucht man, den Mitarbeitenden einen schönen Jahresabschluss zu bieten, nur eben in etwas reduzierter Form.