Nutzung der Theresienwiese - München kann das anders...
Die aktuelle Berichterstattung über die mögliche Nutzung der Theresienwiese für ein Autokino mit bis zu 700 Fahrzeugen hat uns nachhaltig irritiert und dazu bewogen, unser seit Wochen ausgearbeitetes Konzept „KUNST IM QUADRAT" bereits jetzt der Öffentlichkeit vorzustellen. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir für die Nutzung der Theresienwiese einen überschaubaren, bürgernahen und unkommerziellen Beitrag leisten können, der Menschen eine kulturelle Teilhabe ermöglicht, die Stadtteilkultur stärkt und die von der Corona-Krise schwer getroffenen Künstler*innen unterstützt. Das positive Feedback, welches unsere Initiative bereits von den drei an der Theresienwiese angrenzenden Bezirksausschüssen (BA2,BA6,BA8) erfahren hat, bestärkt uns zu diesem Schritt.
In einer Zeit der Isolation und zunehmenden Vereinzelung wird besonders deutlich, wie lebensnotwendig Kultur als Live-Erlebnis ist, sowohl für Künstler*innen als auch für die Bevölkerung. Mit der Glockenbachwerkstatt und dem KÖSK haben sich zwei soziokulturelle Institutionen aus zwei Bezirken zusammengetan, um kulturelle Teilhabe wieder möglich zu machen, sobald Veranstaltungen unter freiem Himmel unter Auflagen genehmigt sind. Nach der langen Phase des Cultural Distancing sehen wir es als unsere wichtigste Aufgabe, wieder kulturelle Räume zu schaffen, insbesondere für diejenigen, die erschwerten Zugang zu Kultur haben.
Über einen Zeitraum von 14 Tagen möchten wir auf einem eingegrenzten Areal der Theresienwiese lokalen Künstler*innen sowie sozialen und kulturellen Initiativen eine tägliche Plattform für ihre Kunst und ihre Themen bieten. Mit Konzerten, Performances, Workshops und Kinderaktionen ermöglichen wir den Bürgger*innen wieder den kulturellen Live-Dialog und leisten gleichzeitig einen solidarischen und finanziellen Beitrag für all den lokalen Künstler*innen, die besonders von der Krise betroffen sind. Die Anzahl der Besucher*innen soll die Kapazitäten unserer Häuser widerspiegeln und maximal 250 Gäste nicht überschreiten.
PROGRAMM
Wir tragen das Programm unserer Häuser ins Freie und planen eine Zusammenarbeit mit den Künstler*innen, Initiativen, Vereinen und ehrenamtlich Engagierten, die auch bisher schon unsere Räume gestalten. Als Kooperationspartner sind bereits angefragt LUISE, KulturRaum München e.V. und viele mehr. Den Auftakt der Veranstaltungstage bildet der Einzug der Kulturschaffenden, der die Diversität kultureller Akteur*innen nach langer Abstinenz wieder sichtbar machen soll. Die Veranstaltung ist nicht-kommerziell und unterstützt das Konzept der Theresienwiese als Bü̈rgerwiese. Für ein kleines gastronomisches Angebot ist gesorgt. Der Eintritt ist gegen Spende, die ausschließlich den Künstler*innen zugute kommt.
UMSETZUNG
Bei der Umsetzung haben die für den Moment geltenden Hygienevorschriften höchste Priorität. Ein Sicherheitskonzept wird zu gegebenen Zeitpunkt vorgelegt. Die Besucher*innenzahl ist streng reglementiert. Über Screens und Live-Streams im Internet kann ein größeres Publikum erreicht werden. Auf dem Boden des Geländes ist ein Abstandsraster eingezeichnet, das die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleistet. Die Besucher*innen müssen sich an den Quadraten orientieren, um den erforderlichen Abstand einzuhalten. Geschultes Personal sorgt am Eingang und auf dem Areal für die ordnungsgemäße Einhaltung. Die Veranstaltungsplanung erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Bezirksausschüssen 2, 6 und 8 sowie den städtischen Referaten. Bei der Festlegung des Veranstaltungszeitraumes sind wir flexibel und richten uns selbstverständlich nach den gesetzlichen Bestimmungen und aktuell geltenden Vorgaben.