17/11/2022
Gestern war die Ausschuss-Sitzung und jetzt wollten wir uns einmal bei euch melden.
Unser Antrag, sich für den Erhalt des Das Greif einzusetzen, wurde trotz der Worte des Bedauerns abgelehnt. Das hat uns nicht überrascht — hinterlässt uns aber, nun ja, nachdenklich.
Es gab zwei Argumente für die Ablehnung: Zum einen sei unser Antrag nicht konkret genug. Zum anderen sei man ohnehin nicht zuständig. Die Verantwortung für den Erhalt des Greifs läge nicht bei der Politik, sondern bei den Bürgerinnen und Bürgern.
Wir sehen das durchaus anders. Denn unserem Verständnis nach sollte es ein gemeinsames Anliegen und in der gemeinsamen Verantwortung von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft liegen, das Miteinander der Stadt lebendig zu halten. Genau deshalb haben wir darum geworben, GEMEINSAM nach Lösungen zu suchen.
Wir wollten aktiv werden und die Menschen an einen Tisch bringen. Menschen mit Ideen und mit der richtigen Expertise, denn wir selbst sind ja nur Laien. Natürlich haben wir uns selbst eingelesen, uns mit Experten anderer Kommunen darüber ausgetauscht, ob zum Beispiel ein Kauf überhaupt möglich wäre. Doch um tiefer einzudringen in die Materie und schnellstmöglich alle Optionen auszuloten (die Zeit war ja sehr, sehr knapp), hätten wir die Expertinnen und Experten aus Verwaltung und Politik gebraucht.
Ob es dann der Kauf des Grundstücks wäre, die aktive Akquise möglicher privater Investoren, eine Allianz aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern und politischen Parteien, die Gründung einer Genossenschaft, ein Verein, der das Gebäude saniert, wenn die Stadt das Grundstück kauft — all diese Dinge hätten wir gerne gemeinsam besprochen. Für all das hätten wir gerne die Stadt als starken Partner an unserer Seite gewusst.
Darum war unser Antrag auch nicht „kauft das Greif“, sondern „setzt euch für den Erhalt ein“. Wir hätten einen Runden Tisch gebraucht und das Signal: Wir packen das jetzt an!
Natürlich wäre auch da die Wahrscheinlichkeit groß gewesen, dass es auch nach solchen Gesprächen am Ende nicht passt. Dass das Greif nicht gerettet werden kann. Das ist ja ein Umstand, mit dem wir rechnen mussten. Nur: Wir hätten es zumindest gerne versucht. Gemeinsam.
Jetzt aber müssen wir festhalten: Mit diesem Ziel sind wir gescheitert.
Fürs Greif ist es zu spät. Und für unsere Initiative sehen wir keine Grundlage mehr.
Gestern kam allerdings aus der Verwaltung das Angebot, sich mit uns noch einmal zusammenzusetzen. Das begrüßen wir natürlich, denn wir halten es weiterhin für wichtig, konkrete Pläne für den Erhalt der Kneipen-, Gastro- und Kulturszene zu entwickeln.
Wir werden das Gesprächsangebot (sofern es unter den gegebenen Umständen dabei bleibt) natürlich annehmen, schließlich müssen wir uns auch bei unserem eigenen Wort nehmen. Wir können nicht öffentlich um die gemeinsame Suche nach Lösungen werben, und uns dann konstruktiven Gesprächen verweigern — wenn gleich sie schlicht für unser ganz konkretes Anliegen zu spät kommen. Darum werden wir weiter sprechen, sofern von der Stadt gewünscht. Allerdings als Privatpersonen. Für die Greif Guerillas ist hier das Ende erreicht.
Wir danken euch allen sehr für eure Unterstützung.