Eine Stille für Frau Schirakesch

Eine Stille für Frau Schirakesch Eine Stille für Frau Schirakesch. Eine Stille als Protest gegen das Unsagbare. So sollte es laufen!

stück & autor Eine Stille für Frau Schirakesch "In 77 Minuten wird auf dem Marktplatz von Tschundakar Frau Schirakesch gesteinigt", verkündet die Moderatorin Hilda Ludowsky unmittelbar vor einer live TV-Sendung. Es sind die Minuten vor der Talkshow, an der 6 unterschiedliche Figuren teilnehmen. Der Countdown, welcher unentrinnbar zur Steinigung und damit zu einer Schweigeminute führt, läuft. Eine Stille für Frau Schirakesch. Eine Stille als Protest gegen das Unsagbare. So sollte es laufen! Die Moderatorin hat es allerdings nicht leicht. Die allzu eklektischen Gäste nutzen die Talkshow zunehmend als Plattform zur Selbstdarstellung: ein selbstverliebter und verachtender General möchte ständig im Zentrum der Aufmerksamkeit bleiben, während zwei sich angreifende und vorwurfsvolle Schönheitsköniginnen behaupten, einen Bürgerkrieg ausgelöst zu haben. In ihrer Mitte eine traumatisierte Frontkämpferin und ihre Begleitung, welche die Kriegserlebnisse der Soldatin zu ihren eigenen macht und die sie zum Ausstellungsstück degradiert. Die Moderatorin, die als „Wagenlenkerin des Gesprächs“ jede aufsteigende Diskussion lieber schon im Keim ersticken möchte, pendelt zwischen Gereiztheit und Überforderung, bemüht, ihre Professionalität zu wahren. Jeder versucht sich in einer immer mehr ausartenderen Diskussion zu behaupten: Politpalaver, Mitleidsbekundungen, Solidaritätsgesäusel - jeder trägt seinen Senf dazu bei. Zynismus und Sprachgroteske prägen das Stück von Theresia Walser, wo eine Toilette zum Sieg der Menschheit über die Menschheit wird, ein abgeschnittenes Ohr als Überbleibsel gilt und Bikiniparaden als verzweifelte Kampfaktionen gegen Burkas auftreten. "Eine Stille für Frau Schirakesch" stellt die Mittel der menschlichen Kommunikation mit präzise geschliffenen Sätzen in Frage, denn eines ist klar: Genau so wie die unbekannte Frau von Steinen beworfen wird, werden hier die 6 Figuren im Laboratorium der Sendung der Meinung der anderen und der des Publikums ausgeliefert. Theresia Walser Die 1967 in Friedrichshafen geborene Theresia Walser absolviert 1994 ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Bern. Sie arbeitet dann zwei Jahre lang als Ensemblemitglied am Theater Göttingen. 1997 wird ihr erstes Theaterstück „Das Restpaar“ in Stuttgart uraufgeführt und ein Jahr darauf wird die erfolgsreiche Tochter des Autoren Martin Walser von der Zeitschrift „Theater heute“ zur „Nachwuchsautorin des Jahres“ gewählt. Sie erhält im folgenden noch weitere Preise und Auszeichnungen: den Förderpreis des Schiller-Gedächtnispreises des Landes Baden-Württemberg 1998 und den Stücke-Förderpreis des Goethe-Institutes in den Jahren 1999 und 2001. Im Studienjahr 2011-2012 ist sie außerdem Inhaberin der Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau. Zu ihren Werken zählen unter anderem Wandernutten (Uraufführung: Staatstheater Stuttgart, 2004), Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm (UA: Nationaltheater Mannheim, 2006), Herrinnen (UA: Nationaltheater Mannheim, 2014). Einige ihrer Stücke wurden bereits ins Französische, Spanische, Italienische und Englische übersetzt. Sie wohnt jetzt in Freiburg, wo sie als freie Autorin arbeitet.

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