11/01/2025
Mein Jahresrückblick 2024.
Ein Jahr voller Tiefe, Erkenntnisen, Transformation und Heilung.
Kurz vor Weihnachten eigentlich bereits 2023 erkannte ich, dass ich mir ein Umfeld geschaffen habe, in dem Wachstum und Heilung für mich ganz persönlich nicht möglich war. Und um das zu erkennen musste ich wohl erstmal hinein ins Burenout.
Schwach, voller Angst, teilweise hilflos verkroch ich mich in mich selbst zurück. An manchen Tagen konnte ich nicht mal unter Menschen. Ich erkannte so viele Warnzeichen meines Körpers nicht. Bis der Tinitus zurück blieb. Und nichtmal den erkannte ich anfangs, so blind war ich.
Ich war an einem Punkt an dem ich wusste, es braucht erstmal Ruhe, Kraft sammeln, Wunden lecken.
Ich bin rückwirkend so unendlich dankbar für die Unterstützung des Ausstieges und die Gewinnung der mir gegebenen Zeit zur Heilung. Auch wenn es manchmal unglaublich schwierig war, dieses gesellschaftliche „nichts tun“ auszuhalten. Wie tief die Heilung gehen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbewusst.
Ich erkannte jedoch hinter all dem steckt ein mir bekanntes Muster und fragte mich ob es nicht doch was mit diesem frühkindlichen Bindungs- und Entwicklungstrauma zutun hat, dem meine aus engsten Kreis immer wieder hartnäckig Verhaltensmuster, Handlungen, Gedanken zugeschoben wurden. Ganz vorsichtig löste ich mich von meinem, bis dahin stetigen Gedanken, ich könne doch nicht ständig alles meiner Frühchengeburt, dem Ärztemarathon und der Trennung meiner Eltern und weiteren einschneidenden Erlebnissen in meinen teils frühsten Kindheitsjahren zuschreiben.
Doch dann kam die Neugier.
Was ist eigentlich ein Trauma?
Was hat ein Trauma mit dem Frühchen sein zu tun?
Was mit dem plötzlichen Verlust eines Elternteils? Und ja, es gab häusliche Gewalt. Und das Kind mittendrin.
Ich merkte, wenn ich mich meinem Trauma zuwenden will braucht es Unterstützung. Und zwar unabhängig von der Familie.
Und so kam die traumasensible Begleitung in mein Leben. Und es stieg der Wissensdurst, nein, es entfachte fast schon eine hungrige Flamme in mir, mich diesem Thema zuzuwenden. Relativ schnell begriff ich, wie vielschichtig das Thema Trauma ist und wie vielschichtig und komplex dessen Folgestörungen eigentlich sein können. Ich merkte aber auch immer wieder, es braucht Zeit. Manchmal zur Integration, manchmal für Verständnis, manchmal für Abstand und manchmal was ganz anderes. „Wenn du es eilig hast, so gehe langsam“ war plötzlich so treffend. Ich erkannte mich selbst immer und immer wieder so sehr in all dem Wissen. Und hatte plötzlich Erklärungen für mir bis dahin so unerklärliches und fremdes.
Ich setzte mich immer und immer wieder mit meinen eigenen Handlungen, Mustern, Vermeidungsstrategien, Gefühlen auseinander. Und die Entwicklung folgte eigentlich jedes Mal einem sehr ähnlichen Schema. Es kam ein Schnerzpunkt zum Vorschein, ich schaffte es, diesen zu ergründen anstatt darin unter zu gehen. Indem ich mich ihm gütig, neugierig und oft auch in Beziehung mit anderen Menschen zuwenden konnte. Und manchmal auch durch das allein sein, für mich sein. Mit mir in Verbindung kommend. Dies führte mich immer tiefer in das Bewusstsein und das Verständnis von Traumadynamiken. So war es ein Weg von erkennen, mich in professioneller Beziehung mitteilen, unsagbar hilfreiches Wissen aufsaugen und das Wissen im persönlichen Prozess in die heilsame Umsetzung bringen. Um direkt im Außen wiederum heilsame Erfahrungen zu machen. Immer wieder. Prozess für Prozess. Schicht für Schicht und Schritt für Schritt. Denn heute weiß ich, Trauma entsteht in Beziehungen und Trauma heilt in Beziehungen.
Heute, am Ende des Jahres 2024 fühlt es sich an, als hätte ich einen riesigen Berg beklommen, stehe oben am Gipfel und darf die atemberaubende Aussicht genießen.
Doch ich merke auch, mein Weg führt nicht einfach den Berg wieder hinab. Ich drehe mich um und sehe diesen gigantischen Berg vor mir stehen. Ich weiss, mein Weg für 2025 führt mich auch da hinauf. Einerseits erschlägt mich diese Aussicht und gleichzeitig wird die Motivation geweckt. Schritt für Schritt gehe ich meinen Heilungsweg weiter. Durch tiefe Täler die mich wiederum zu steinigen Hügeln führen, vorbei an wunderschönen Blumenwiesen zum verweilen und durch vielleicht auch mal nur dunkel scheinende Wälder bis man das Licht der Sonne und die Wärme am Ende wieder sehen kann und vielleicht mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang belohnt wird.
Ich möchte ebenso Danke sagen.
Danke an all die Menschen, die mich 2024 begleitet haben. Die mir meine Themen auf so unterschiedliche Weise aufgezeigt haben, die mich wahrgenommen, gesehen, getragen, ermutigt, begleitet und zu meinen Prozessen genauso wie zur Heilung beigetragen haben. Manche sehr bewusst und aktiv daran teilhaben, manche ganz unbewusst und indirekt. 🙏🏻💕