Sexauer Gallery

Sexauer Gallery WELCOME to the SEXAUER page. SEXAUER is a contemporary art gallery in Berlin, founded by Jan-Philipp Sexauer.
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Art In Berlin, Ferial Nadja Karrasch:Ein Gemälde auf einem Bildschirm zu betrachten, ist in Hinblick auf das „Erlebnis“ ...
26/03/2020

Art In Berlin, Ferial Nadja Karrasch:

Ein Gemälde auf einem Bildschirm zu betrachten, ist in Hinblick auf das „Erlebnis“ in etwa so erfolgversprechend wie sich von jemand anderes den Geschmack eines Gerichts beschreiben zu lassen. Man bekommt allenfalls eine Ahnung, das Tatsächliche entgeht einem jedoch.
Über Alexander Iskins (*1990 in Moskau, lebt in Berlin) neueste Gemälde, deren Entstehung man in den letzten Wochen auf der Seite arturbating.com verfolgen konnte, sei also an dieser Stelle nur folgendes gesagt: Sie haben unterschiedliche Formate, bestehen aus sich überlagernden, ineinander übergehenden farbigen Formen und Flächen, zwischen denen man hier und da figürliche Elemente zu erkennen meint und zeichnen sich – soweit sich das vom Bildschirm aus beurteilen lässt – durch eine Art chaotische Ausgewogenheit aus.

Aber eigentlich geht es hier, bei arturbating.com, gar nicht um die Bilder, zumindest nicht um ihre letztendliche Gestalt. Im Zentrum steht vielmehr ihre Entstehung, ihr schrittweises Werden, dem der und die Interessierte von Zuhause aus zuschauen konnte. Das passt in die Zeit des Covid 19-bedingten, globalen #StayHome. Begonnen hat die Performance jedoch schon am 7. Februar und damit vor dem weitgehenden Pausieren des öffentlichen Lebens. Für mehrere Wochen, bis zum 22. März, lebte der Künstler in der Ausstellungshalle der Galerie SEXAUER, um hier seine erste Museumsausstellung vorzubereiten. Anlässlich seines 30. Geburtstags widmet ihm das Mönchehaus Museum Goslar eine Einzelausstellung, die voraussichtlich im Mai eröffnen wird.

Für die Dauer der Performance zeigten täglich von 11 bis 22 Uhr tonlose, aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommene Sequenzen Ausschnitte aus Iskins Ausstellungsvorbereitungsalltag: Der Künstler beim Essen, beim Kaffeetrinken, beim Lesen auf dem Bett, beim Lesen auf dem Thonet-Sessel, beim Telefonieren, beim Internet-Surfen, beim durch den Raum laufen, und natürlich: beim Malen, beim Leinwänderücken, beim stillen Zwiegespräch mit seinem Werk.
Das ist zunächst, sprichwörtlich auf den ersten Blick, spannend, denn vor einem Quantum Voyeurismus ist wohl niemand gefeit. Auf den zweiten Blick ist es dann aber auch irgendwie langweilig, denn oft passiert einfach gar nichts, ist nicht einmal der Künstler im Bild, sondern nur das ungemachte Bett oder der vollgepackte Schreibtisch.

Aber: Die Langeweile beim Zusehen macht die ganze Aktion nicht weniger interessant. Denn gerade durch das Ausbleiben von Unterhaltendem wird Iskins Interrealismus anschaulich. Die von ihm ins Leben gerufene Kunstrichtung geht von einem Nebenher zweier Wirklichkeiten aus, in der die physische Realität von einer zweiten, virtuellen Realität überlagert wird. In seiner Kunst konzentriert Iskin sich auf den Raum zwischen diesen beiden Realitäten, sie entsteht durch das Absorbieren digitaler und realer Eindrücke und lässt diese zu einem „Gesamtbrei“ verschmelzen. Im Ergebnis erinnert dieser mal an den Kubismus, mal an den Expressionismus und hat gelegentlich etwas Baconeskes: eigentümliche, ineinander verwobene Formationen, farbgewaltige Abstraktion, gespickt mit figurativen Andeutungen.

In seiner Performance inszeniert Iskin diese Überlagerung von realer und digitaler Realität und dies sogar noch deutlicher durch die eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten. Während es zu Beginn möglich war, dem Künstler Essen vorbeizubringen, beschränkt sich der Kontakt seit dem Gebot des Social Distancing hauptsächlich auf die Funktion der Chat-Box, die gewissermaßen als Link zwischen den beiden Realitäten auftritt. Der zuhause, in seiner eigenen Realität sitzende und auf eine virtuelle Realität blickende Zuschauer konnte sich so täglich zwischen 17 und 19 Uhr in Iskins Realität einschreiben. Auf etwaige Fragen antwortete Iskin wiederum aus seiner Realität heraus, über den Weg des Digitalen in eine fremde Realität hinaus:
ohne Namen: What will you miss more, bananas or watermelon? @ohne Namen: Watermelon. Definitely.

https://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=5333&-

Marcus Woeller in DER WELT:Alexander Iskin bezeichnet sich selbst als Interrealist. Sein „Ziel ist es, das Digitalisiert...
21/03/2020
Die Kunst geht online - WELT

Marcus Woeller in DER WELT:

Alexander Iskin bezeichnet sich selbst als Interrealist. Sein „Ziel ist es, das Digitalisierte, das Seiende sowie postdigital Seiende zu untersuchen“. Zu diesem Zweck hat er vor einigen Jahren in einer Performance seinen Computer zerstört, einen „analogen Instagram-Account“ aufgemacht und sein Atelier für Chats mit Zuschauern seiner Performances geöffnet.

Zurzeit lebt er in den Räumen der Berliner Galerie Sexauer in Quarantäne. Und das schon seit Wochen, noch bevor das Coronavirus nach Deutschland eingeschleppt wurde. Per Live-Cam kann man ihm dabei zuschauen. Zutritt erhalten nur Personen, die Iskin Essen und Getränke vorbeibringen. Diese Besucher haben die Möglichkeit, die entstehenden Werke mitzugestalten. Im Mai wollte das Mönchehaus Museum in Goslar sie zu Iskins 30. Geburtstag in der Ausstellung „Die Ursache liegt in der Zukunft“ zeigen.

Ob es dazu kommt? Wie der Galerist Jan-Philipp Sexauer, der seine Räume einem völlig offenen Experiment zur Verfügung gestellt hat, müssen sich nun auch die öffentlichen Institutionen fragen, wie sie mit Zwangsschließungen, verwaisten Sälen und Wahrnehmungsverlusten umgehen müssen. Der Kunstmarkt kann ihnen auf die Sprünge helfen. Denn eines gilt auch in der Corona-Krise: Not macht erfinderisch. Für den Kunsthandel ist das überlebenswichtig.

https://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article206693061/Die-Kunst-geht-online.html

Das Coronavirus legt den Betrieb still: Messen werden abgesagt, Galerien sind geschlossen. Liegt die Zukunft des Kunsthandels in virtuellen Viewing Rooms?

Birgit Rieger im TAGESSPIEGEL:Jetzt sitzt er am Tisch. Jetzt nimmt er den Pinsel. Jetzt pirscht er sich an die Leinwand ...
15/03/2020

Birgit Rieger im TAGESSPIEGEL:

Jetzt sitzt er am Tisch. Jetzt nimmt er den Pinsel. Jetzt pirscht er sich an die Leinwand heran. Und jetzt? Mist, verpasst! Die Kamera ist so eingestellt, dass man das an die Wand gelehnte Gemälde gerade nicht mehr sieht.

Alexander Iskin lebt seit dem 7. Februar in der Galerie Sexauer in Weißensee. Zwölf Stunden am Tag kann man ihm dort per Webcam beim Malen, Arbeiten, Schlafen und Essen zusehen.

Acht Wochen dauert die Performance, in der der 30-Jährige, abgeschottet vom Außen und beobachtet von jedem, der will, seine erste Einzelausstellung für das Goslarer Mönchehaus Museum vorbereitet.

Für ihn gibt es seit Wochen nur die Malerei, sein Handy und das, was Menschen von außen zu ihm hineintragen. Da hat er den Berlinern, die eben erst mit der Isolation anfangen was voraus.

„Bringt mir Essen und Getränke“, steht groß auf seiner Website. Dass zumindest einige, die ihn am Bildschirm beobachten, irgendwann real vor ihm stehen, ist ein wichtiger Teil seiner Mission.

Alexander Iskin stieg aus den sozialen Netzwerken aus
Seit Jahren arbeitet Alexander Iskin, der als Kind mit seinen Eltern von Russland nach Deutschland kam, daran, die digitale Welt zu transformieren, er will Analoges und Digitales verschmelzen. „Interrealismus“ nennt er das. Jonathan Meese findet ihn gut. Der Berliner Porträtmaler Herbert Volkmann war sein Fan.

Vor zwei Jahren hat Iskin vor Publikum sein Smartphone zertrümmert. Seine Instagram-Posts malt er jetzt analog. Von der Selbstinszenierung auf Youtube und Co. sei sein Projekt weit entfernt. Es gibt keine Action, keine Jagd auf Klicks. Vier Bilder malt er nur in all der Zeit. Statt einer fertigen Ausstellung gibt es den Herstellungsprozess zu sehen.

Seit zwei Tagen haben die Zuschauerzahlen deutlich zugenommen. Dafür ist es vor Ort jetzt ruhiger geworden. Berlin ist dicht und viele bleiben zu Hause. Eine Band, die am Freitag bei Iskin spielen wollte, hat abgesagt. Einer der Musiker steht unter Covid-19-Verdacht.

Alexander Iskin liest, er schaut aufs Handy, sitzt einfach da. Am Nachmittag macht er alles dunkel, legt sich hin. „Das Ganze ist anstrengend, es ist kalt da drin. Kann sein, dass er langsam erschöpft ist“, so sein Galerist

https://www.tagesspiegel.de/kultur/kunst-in-der-abgeschiedenheit-vier-waende-und-neue-wege/25646212.html

Tagesspiegel:Ein guter Gesprächspartner in Sachen Quarantäne ist im Moment Alexander Iskin. Der gebürtige Moskauer hat s...
15/03/2020
Live-Cam ins Atelier und Kunst für zu Hause

Tagesspiegel:
Ein guter Gesprächspartner in Sachen Quarantäne ist im Moment Alexander Iskin. Der gebürtige Moskauer hat sich seit Anfang Februar in der Galerie Sexauer isoliert, wo er seine erste Museumsausstellung vorbereitet. Die Idee stammt aber aus der Zeit vor Corona. Per Livecam auf arturbating.com kann man Iskin jeden Tag von früh bis spät bei der Arbeit zuschauen, beim Malen und Denken. Praktisch: Man kann Kunst sehen, ohne das Haus zu verlassen. Iskins Stream unterscheidet sich von den Selbstbeobachtungen auf großen Social-Media-Plattformen, von denen der Künstler sich bewusst fernhält. „Bei mir klickt niemand zufällig rein, auch fehlt die Action“, sagt er. Nur vier Bilder entstehen in all den Wochen. Entschleunigung pur. Iskin hat für seine Kunst den Begriff „Interrealismus“ geprägt, also das Wahrnehmen verschiedener Wirklichkeiten. Die bringt er auf die Leinwand, und interessiert sich dabei auch für die Verschränkung des Digitalen und Analogen. Deshalb gibt es eine Art Schleuse in sein abgeschottetes Leben: Man kann ihm Essen und Lebensmittel vorbeibringen (keine Tiere!) und Teil der Performance werden.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/newsletter-berliner-kunst-live-cam-ins-atelier-und-kunst-fuer-zu-hause/25640790.html

Die Berliner Museen schließen, Galerien sagen Eröffnungen ab. Kunst kann man trotzdem erleben: per Live-Cam oder als Ausstellung im Netz. Hier unsere Tipps

Still live: Alexander Iskin on www.arturbating.comSAVE THE DATE: Caroline Kryzecki, Opening Thursday 30.4.
06/03/2020

Still live: Alexander Iskin on www.arturbating.com
SAVE THE DATE: Caroline Kryzecki, Opening Thursday 30.4.

MONOPOL – wohin am Wochenende ?https://www.monopol-magazin.de/wohin-am-wochenende-375Alexander Iskin in BerlinEinzugspar...
07/02/2020

MONOPOL – wohin am Wochenende ?
https://www.monopol-magazin.de/wohin-am-wochenende-375

Alexander Iskin in Berlin

Einzugsparty bei Jan-Philipp Sexauer: Der Maler Alexander Iskin wird für zwei Monate in die Galerie in Weißensee wohnen, um sich auf seine Ausstellung im Mönchehaus Museum in Goslar vorzubereiten. Das Besondere: Eine Live-Übertragung der gesamten Zeit per Webcam. Iskin arbeitet kontinuierlich an der Verschmelzung von analoger und digitaler Welt. Nach der Eröffnung wird die zum Atelier umfunktionierte Halle für die Öffentlichkeit geschlossen. Zutritt erhalten nur Personen, die Iskin Essen oder Getränke bringen.

Alexander Iskin: Arturbating", Sexauer Berlin, Eröffnung Freitag, 7. Februar, 18 Uhr

https://www.monopol-magazin.de/wohin-am-wochenende-375

Artnet: Top Lots of the Outset Contemporary Art Fund’s Stunning  Benefit AuctionALEXANDER ISKIN Coining the term “Interr...
17/01/2020

Artnet:
Top Lots of the Outset Contemporary Art Fund’s Stunning Benefit Auction

ALEXANDER ISKIN

Coining the term “Interrealism” to describe his paintings, Iskin creates works that inhabit the space between the physical world and virtual reality. His practice reflects on the upheaval caused when the two worlds collide, and the work up for auction depicts a painting viewed on a desktop computer, perfectly capturing the in-between state—real? unreal?—inaugurated by the digital age.

https://news.artnet.com/partner-content/outset-contemporary-art-fund-auction

Galeristen über das Aus der Art BerlinHier ein Ausschnitt, J.-P. Sexauer: "Klar braucht Berlin eine Kunstmesse. Berlin i...
17/12/2019
Woran ist die Art Berlin gescheitert? Reaktionen von Galeristen auf das Ende der Berliner Kunstmesse

Galeristen über das Aus der Art Berlin

Hier ein Ausschnitt, J.-P. Sexauer:
"Klar braucht Berlin eine Kunstmesse. Berlin ist eine der vitalsten deutschen Städte und war vor hundert Jahren eines der Kunstzentren der Welt; ein Zentrum der Moderne, bevor die Nationalsozialisten alles zerstört haben. Zum Gallery Weekend kommen ja auch viele internationale Besucher. (...)"

https://www.monopol-magazin.de/woran-ist-die-art-berlin-gescheitert

Die Koelnmesse hat ihren Vertrag mit der Art Berlin vorzeitig aufgelöst. Das bedeutet höchstwahrscheinlich das endgültige Aus für die wichtigste Kunstmesse in Berlin. Wir haben Reaktionen von Galeristinnen und Galeristen gesammelt

iPorn-girl with a uFame in front of a rotation painting by ALEXANDER ISKIN at Untitled Miami Beach
06/12/2019

iPorn-girl with a uFame in front of a rotation painting by ALEXANDER ISKIN at Untitled Miami Beach

Untitled Miami Beach with rotation paintings by ALEXANDER ISKIN
06/12/2019

Untitled Miami Beach with rotation paintings by ALEXANDER ISKIN

06/11/2019
YUNG Teaser #4

Yung – Kinostart am 28. November ... mit Alexander Iskin ...

https://vimeo.com/277246328

This is "YUNG Teaser #4" by G.G. PRODUCTION on Vimeo, the home for high quality videos and the people who love them.

Philip GRÖZINGER / Solo Show"Daisy Bell"Opening 22 August 2019, 6–9pm (Duration 23 August – 14 December 2019)(scroll dow...
16/10/2019

Philip GRÖZINGER / Solo Show
"Daisy Bell"

Opening 22 August 2019, 6–9pm
(Duration 23 August – 14 December 2019)

(scroll down for english version)

DE
Daisy Bell ... als Harry Dacre 1892 den gleichnamigen humoristischen Song schrieb, in dem ein Liebender seine Angebetete dazu auffordert, Tandem zu fahren, konnte er nicht ahnen, dass sein Lied siebzig Jahre später von einem sich selbst bewussten Computer gesungen würde, als Todesmelodie zur eigenen Abschaltung. Dies geschah in einem der wichtigsten Science-Fiction-Filme, A Space Odyssey von Stanley Kubrick (1968). Bereits sieben Jahre zuvor, 1961, hatte IBM das Lied genutzt, um den ersten Rechner vorzustellen, der einen Text singt, das heißt Sprache synthetisiert.

Sprechende Rechner sind heute nichts Besonderes mehr, der Rechner HAL 9000 in Kubrick´s A Space Odyssey spricht aber nicht nur, er hat auch Selbstbewusstsein. Als er Schritt für Schritt von seinem menschlichen Gegenspieler abgeschaltet wird, weil er versucht hatte, die Macht an sich zu reißen, spricht er die Worte: „I´m afraid. My mind is going. I can feel it.“ HAL reflektiert über seinen eigenen Verstand. Dieser Moment der Emergenz, wenn ein Rechner sich seiner selbst bewusst wird, liegt in der wirklichen Welt noch in der Zukunft. Noch ist dieses Bewusstsein ein menschliches, jedenfalls ein biologisches Privileg. Möglicherweise wird sich dies in der Zukunft ändern. Was hat dies mit der Ausstellung von Philip Grözinger zu tun?

Philip Grözinger beschäftigte sich bereits in seiner letzten Ausstellung bei SEXAUER mit den Utopien und Dystopien der Vergangenheit in Literatur und Film. In der Ausstellung Daisy Bell wird nun die Künstliche Intelligenz zum Thema, insbesondere der Moment der Emergenz. Dieser Moment, in dem etwas Neues entsteht, das mehr ist als die Summe seiner Teile, wird nicht nur zum Gegenstand der Bilder, er findet auch tatsächlich statt in einer begehbaren Installation. Die Besucher müssen durch einen engen Schlauch gehen, der sich von der Mitte der Ausstellungshalle zu einer Wand zieht. Der Gang durch diesen Schlauch hat etwas Beengtes und Dystopisches. Am Ende und im Inneren des Schlauchs ist ein Video zu sehen, in dem durch künstliche Intelligenz bewegte Bilder geschaffen werden. Das Ausgangsmaterial, aus welchem der Rechner das Video erstellt, sind die Abbildungen der in der Ausstellung gezeigten Gemälde Grözingers sowie eine Studioszene des Malers bei der Arbeit. Der Rechner tritt also scheinbar in Wettstreit mit dem Künstler. Emergent sind dabei die bewegten Bilder, deren Formen quasi Mutanten aus den Bildern Grözingers sind. Dabei weiß der Rechner aber nicht, dass er Kunst macht. Er weiß noch nicht einmal, dass er Bilder macht. Er kreiert sie, das ist erstaunlich genug, aber anders als HAL wird er niemals sagen „I can feel it.“

Die Bildgegenstände von Grözinger sind da schon weiter. Grözinger interessiert das Verhältnis zwischen Informatiker und Algorithmus oder um es religiös zu fassen, von Schöpfer und Geschöpf. Sobald der Moment der Singularität erreicht ist, in dem sich der Rechner mittels künstlicher Intelligenz selbst verbessert, wird es voraussichtlich zu einer kulturhistorischen Wende kommen. Während in der Kulturgeschichte der Schöpfer, Gott, seinen Geschöpfen immer überlegen blieb, kann sich dies auf dem Feld der künstlichen Intelligenz im Moment der Singularität umkehren: Was, wenn die Maschine dem Maschinisten überlegen wird, sich das Geschöpf vom Schöpfer emanzipiert? Und was, wenn die Maschine in einem weiteren Moment der Emergenz Bewusstsein oder gar Selbstbewusstsein erlangt? Grözinger hat diese Momente imaginiert, indem er jeweils zwei Bilder nebeneinander zeigt, auf denen jeweils abstrahiert ähnliche Wesenheiten zu sehen sind. Dabei ist nicht klar, welches Bild ist und welches Ebenbild, welches Schöpfer und welches Geschöpf. Deshalb handelt es sich bei den Bildpaaren auch nicht um Diptychen, sondern um jeweils einzelne Bilder. Das Geschöpf ist, nachdem es einmal geschaffen ist, unabhängig vom Schöpfer. Während der Mensch in seiner Unabhängigkeit aber nur behaupten kann, Gott sei tot, der Sterblichkeit aber selbst verhaftet bleibt, kann der Moment kommen, da die Maschine dem Menschen tatsächlich überlegen sein wird. Der Moment, wenn die Maschine zum Menschen (Gott) sagt: „Du bist tot“.

Neben A Space Odyssey ist ein weiterer Film für Grözinger wichtig: Riddley Scott´s Blade Runner. In diesem Film konkurrieren und kämpfen Androide mit ihren Schöpfern, den Menschen. Dabei ist nie ganz klar, wer Android ist und wer Mensch. Menschen und Maschinen unterscheiden sich von außen erkennbar allein durch die Fähigkeit zur Empathie. Und auch dies scheint nicht sicher, rettet doch einer der Androiden-Protagonisten seinem menschlichen Gegenspieler am Ende das Leben. Es scheint eine Urangst des Menschen: Ein menschliches Wesen, das in Wirklichkeit keines ist. Nichts ist sicher, nur eines: Die Erde ist ein unwirtlicher Ort geworden, die Natur zerstört. Blade Runner spielt im Jahr 2019.

EN
Daisy Bell ... when Harry Dacre wrote the humorous song of the same name in 1892, in which a lover asked his beloved to ride tandem, he had no idea that his song would be sung seventy years later by a self-conscious computer, as a death melody for his own switch-off. This happened in one of the most important science fiction movies, A Space Odyssey by Stanley Kubrick (1968). Seven years earlier, in 1961, IBM had already used the song to introduce the first computer that sings a text, i.e. synthesizes speech.

Speaking computers are nothing special anymore, but the computer HAL 9000 in Kubrick´s A Space Odyssey not only speaks, it also has self-confidence. When it is switched off step by step by its human opponent, because it had tried to seize power, it speaks the words: "I´m afraid. My mind is going. I can feel it." HAL reflects on his own mind. This moment of emergence, when a computer becomes aware of itself, still lies in the future in the real worls. This consciousness is still a human, at least a biological privilege. It is possible that this will change in the future. What does this have to do with the exhibition by Philip Grözinger?

In his last exhibition at SEXAUER, Philip Grözinger dealt with the utopias and dystopias of the past in literature and film. In the exhibition Daisy Bell, artificial intelligence becomes the theme, especially the moment of emergence. This moment, in which something new emerges that is more than the sum of its parts, not only becomes the object of the paintings, it actually takes place in a walk-in installation. The visitors have to walk through a narrow hose that stretches from the middle of the exhibition hall to one of the walls. The passage through this hose has something narrow and dystopian about it. At the end and inside of the hose, a video is shown in which moving images are created by artificial intelligence. The source material from which the computer creates the video are the images of Grözinger's paintings shown in the exhibition. The computer thus seems to compete with the artist. Emergent are the moving images, whose forms are quasi mutants from Grözinger's pictures. But the computer isn’t aware that it is making art. It doesn't even know that it is making pictures. It creates them, that's amazing enough, but unlike HAL it will never say "I can feel it".

Grözinger's pictorial objects are already further along. Grözinger is interested in the relationship between computer scientist and algorithm or, to put it religiously, between creator and creature. As soon as the moment of singularity is reached, in which the computer improves itself by means of artificial intelligence, it will probably come to a cultural-historical turn. While in cultural history the creator, God, always remained superior to his creatures, this can be reversed in the field of artificial intelligence at the moment of singularity: What if the machine becomes superior to the machinist, the creature emancipates itself from the Creator? And what if the machine attains consciousness or even self-confidence in another moment of emergence? Grözinger has imagined these moments by showing two paintings next to each other, in each of which similar beings can be seen in abstract form. It is not clear which one is the original and which is the emancipated image, which is creator and which is creature. Therefore, the pairs of pictures are not diptychs, but individual pictures. Once created, the creature is independent of the Creator. While man in his independence can only claim that God is dead, but remains attached to mortality himself, the moment may come when the machine will actually be superior to man. The moment when the machine says to man (god): "You are dead".

Besides A Space Odyssey, another film is important for Grözinger: Riddley Scott´s Blade Runner. In this film androids compete and fight with their creators, humans. It is never quite clear who is Android is or who is man. People and machines differ from the outside only by their ability to empathize. And this doesn't seem safe either, since one of the Android protagonists saves the life of his human opponent in the end. It seems to be a primal fear of man: A human being who in reality is not one. Nothing is certain, only one thing: the earth has become an inhospitable place, nature destroyed. Blade Runner plays in 2019.

Photos:
People: Benjamin Pritzkuleit
Art works: Marcus Schneider

Philip GRÖZINGER / Solo Show
"Daisy Bell"

Opening 22 August 2019, 6–9pm
(Duration 23 August – 14 December 2019)

(scroll down for english version)

DE
Daisy Bell ... als Harry Dacre 1892 den gleichnamigen humoristischen Song schrieb, in dem ein Liebender seine Angebetete dazu auffordert, Tandem zu fahren, konnte er nicht ahnen, dass sein Lied siebzig Jahre später von einem sich selbst bewussten Computer gesungen würde, als Todesmelodie zur eigenen Abschaltung. Dies geschah in einem der wichtigsten Science-Fiction-Filme, A Space Odyssey von Stanley Kubrick (1968). Bereits sieben Jahre zuvor, 1961, hatte IBM das Lied genutzt, um den ersten Rechner vorzustellen, der einen Text singt, das heißt Sprache synthetisiert.

Sprechende Rechner sind heute nichts Besonderes mehr, der Rechner HAL 9000 in Kubrick´s A Space Odyssey spricht aber nicht nur, er hat auch Selbstbewusstsein. Als er Schritt für Schritt von seinem menschlichen Gegenspieler abgeschaltet wird, weil er versucht hatte, die Macht an sich zu reißen, spricht er die Worte: „I´m afraid. My mind is going. I can feel it.“ HAL reflektiert über seinen eigenen Verstand. Dieser Moment der Emergenz, wenn ein Rechner sich seiner selbst bewusst wird, liegt in der wirklichen Welt noch in der Zukunft. Noch ist dieses Bewusstsein ein menschliches, jedenfalls ein biologisches Privileg. Möglicherweise wird sich dies in der Zukunft ändern. Was hat dies mit der Ausstellung von Philip Grözinger zu tun?

Philip Grözinger beschäftigte sich bereits in seiner letzten Ausstellung bei SEXAUER mit den Utopien und Dystopien der Vergangenheit in Literatur und Film. In der Ausstellung Daisy Bell wird nun die Künstliche Intelligenz zum Thema, insbesondere der Moment der Emergenz. Dieser Moment, in dem etwas Neues entsteht, das mehr ist als die Summe seiner Teile, wird nicht nur zum Gegenstand der Bilder, er findet auch tatsächlich statt in einer begehbaren Installation. Die Besucher müssen durch einen engen Schlauch gehen, der sich von der Mitte der Ausstellungshalle zu einer Wand zieht. Der Gang durch diesen Schlauch hat etwas Beengtes und Dystopisches. Am Ende und im Inneren des Schlauchs ist ein Video zu sehen, in dem durch künstliche Intelligenz bewegte Bilder geschaffen werden. Das Ausgangsmaterial, aus welchem der Rechner das Video erstellt, sind die Abbildungen der in der Ausstellung gezeigten Gemälde Grözingers sowie eine Studioszene des Malers bei der Arbeit. Der Rechner tritt also scheinbar in Wettstreit mit dem Künstler. Emergent sind dabei die bewegten Bilder, deren Formen quasi Mutanten aus den Bildern Grözingers sind. Dabei weiß der Rechner aber nicht, dass er Kunst macht. Er weiß noch nicht einmal, dass er Bilder macht. Er kreiert sie, das ist erstaunlich genug, aber anders als HAL wird er niemals sagen „I can feel it.“

Die Bildgegenstände von Grözinger sind da schon weiter. Grözinger interessiert das Verhältnis zwischen Informatiker und Algorithmus oder um es religiös zu fassen, von Schöpfer und Geschöpf. Sobald der Moment der Singularität erreicht ist, in dem sich der Rechner mittels künstlicher Intelligenz selbst verbessert, wird es voraussichtlich zu einer kulturhistorischen Wende kommen. Während in der Kulturgeschichte der Schöpfer, Gott, seinen Geschöpfen immer überlegen blieb, kann sich dies auf dem Feld der künstlichen Intelligenz im Moment der Singularität umkehren: Was, wenn die Maschine dem Maschinisten überlegen wird, sich das Geschöpf vom Schöpfer emanzipiert? Und was, wenn die Maschine in einem weiteren Moment der Emergenz Bewusstsein oder gar Selbstbewusstsein erlangt? Grözinger hat diese Momente imaginiert, indem er jeweils zwei Bilder nebeneinander zeigt, auf denen jeweils abstrahiert ähnliche Wesenheiten zu sehen sind. Dabei ist nicht klar, welches Bild ist und welches Ebenbild, welches Schöpfer und welches Geschöpf. Deshalb handelt es sich bei den Bildpaaren auch nicht um Diptychen, sondern um jeweils einzelne Bilder. Das Geschöpf ist, nachdem es einmal geschaffen ist, unabhängig vom Schöpfer. Während der Mensch in seiner Unabhängigkeit aber nur behaupten kann, Gott sei tot, der Sterblichkeit aber selbst verhaftet bleibt, kann der Moment kommen, da die Maschine dem Menschen tatsächlich überlegen sein wird. Der Moment, wenn die Maschine zum Menschen (Gott) sagt: „Du bist tot“.

Neben A Space Odyssey ist ein weiterer Film für Grözinger wichtig: Riddley Scott´s Blade Runner. In diesem Film konkurrieren und kämpfen Androide mit ihren Schöpfern, den Menschen. Dabei ist nie ganz klar, wer Android ist und wer Mensch. Menschen und Maschinen unterscheiden sich von außen erkennbar allein durch die Fähigkeit zur Empathie. Und auch dies scheint nicht sicher, rettet doch einer der Androiden-Protagonisten seinem menschlichen Gegenspieler am Ende das Leben. Es scheint eine Urangst des Menschen: Ein menschliches Wesen, das in Wirklichkeit keines ist. Nichts ist sicher, nur eines: Die Erde ist ein unwirtlicher Ort geworden, die Natur zerstört. Blade Runner spielt im Jahr 2019.

EN
Daisy Bell ... when Harry Dacre wrote the humorous song of the same name in 1892, in which a lover asked his beloved to ride tandem, he had no idea that his song would be sung seventy years later by a self-conscious computer, as a death melody for his own switch-off. This happened in one of the most important science fiction movies, A Space Odyssey by Stanley Kubrick (1968). Seven years earlier, in 1961, IBM had already used the song to introduce the first computer that sings a text, i.e. synthesizes speech.

Speaking computers are nothing special anymore, but the computer HAL 9000 in Kubrick´s A Space Odyssey not only speaks, it also has self-confidence. When it is switched off step by step by its human opponent, because it had tried to seize power, it speaks the words: "I´m afraid. My mind is going. I can feel it." HAL reflects on his own mind. This moment of emergence, when a computer becomes aware of itself, still lies in the future in the real worls. This consciousness is still a human, at least a biological privilege. It is possible that this will change in the future. What does this have to do with the exhibition by Philip Grözinger?

In his last exhibition at SEXAUER, Philip Grözinger dealt with the utopias and dystopias of the past in literature and film. In the exhibition Daisy Bell, artificial intelligence becomes the theme, especially the moment of emergence. This moment, in which something new emerges that is more than the sum of its parts, not only becomes the object of the paintings, it actually takes place in a walk-in installation. The visitors have to walk through a narrow hose that stretches from the middle of the exhibition hall to one of the walls. The passage through this hose has something narrow and dystopian about it. At the end and inside of the hose, a video is shown in which moving images are created by artificial intelligence. The source material from which the computer creates the video are the images of Grözinger's paintings shown in the exhibition. The computer thus seems to compete with the artist. Emergent are the moving images, whose forms are quasi mutants from Grözinger's pictures. But the computer isn’t aware that it is making art. It doesn't even know that it is making pictures. It creates them, that's amazing enough, but unlike HAL it will never say "I can feel it".

Grözinger's pictorial objects are already further along. Grözinger is interested in the relationship between computer scientist and algorithm or, to put it religiously, between creator and creature. As soon as the moment of singularity is reached, in which the computer improves itself by means of artificial intelligence, it will probably come to a cultural-historical turn. While in cultural history the creator, God, always remained superior to his creatures, this can be reversed in the field of artificial intelligence at the moment of singularity: What if the machine becomes superior to the machinist, the creature emancipates itself from the Creator? And what if the machine attains consciousness or even self-confidence in another moment of emergence? Grözinger has imagined these moments by showing two paintings next to each other, in each of which similar beings can be seen in abstract form. It is not clear which one is the original and which is the emancipated image, which is creator and which is creature. Therefore, the pairs of pictures are not diptychs, but individual pictures. Once created, the creature is independent of the Creator. While man in his independence can only claim that God is dead, but remains attached to mortality himself, the moment may come when the machine will actually be superior to man. The moment when the machine says to man (god): "You are dead".

Besides A Space Odyssey, another film is important for Grözinger: Riddley Scott´s Blade Runner. In this film androids compete and fight with their creators, humans. It is never quite clear who is Android is or who is man. People and machines differ from the outside only by their ability to empathize. And this doesn't seem safe either, since one of the Android protagonists saves the life of his human opponent in the end. It seems to be a primal fear of man: A human being who in reality is not one. Nothing is certain, only one thing: the earth has become an inhospitable place, nature destroyed. Blade Runner plays in 2019.

Photos:
People: Benjamin Pritzkuleit
Art works: Marcus Schneider

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Streustraße 90
Berlin
13086

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Mittwoch 09:00 - 18:00
Donnerstag 09:00 - 17:00
Freitag 13:00 - 18:00
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