West-Östlicher Rosengarten

West-Östlicher Rosengarten Orient und Okzident... Geschichte, Kultur, Literatur Was war der »West-Östliche Rosengarten«? An jedem zweiten Donnerstag um 19.30 Uhr gab es in der jeweils eine Veranstaltung, die sich mit einem kulturellen oder historischen Thema aus dem Bereich des Nahen Ostens oder des Orients beschäftigte (Eintritt 5 Euro).

Ein wechselndes Büffet mit türkischen Spezialitäten sorgte zudem für das leibliche Wohl und bildete den Rahmen für Diskussionen mit den Referentinnen und Referenten des Abends sowie den Gästen (12 Euro pro Person).

Wie gewohnt öffnen

1987, not 1988. On the periodization of the First Karabakh War — Asif Masimov
05/01/2022
1987, not 1988. On the periodization of the First Karabakh War — Asif Masimov

1987, not 1988. On the periodization of the First Karabakh War — Asif Masimov

1987, not 1988. On the periodization of the First Karabakh War 29. декабря 2021 0 Автор Asif Masimov Aufrufe / Просмотров 10 Dr. Michael Reinhard Heß Michael Reinhard Heß ist promovierter und habilitierter Turkologe. Thema der Habilitation waren Leben und Sprache des aserbaid...

Vielen Dank an NEX24 die Agentur schafft auf diese Weise eine Öffentlichkeit für das interessante vielschichtige Thema d...
10/11/2021
Kommentar: Der unaufhaltsame Niedergang der deutschen Mainstreammedien

Vielen Dank an NEX24 die Agentur schafft auf diese Weise eine Öffentlichkeit für das interessante vielschichtige Thema der Berichterstattung über Aserbeidschan und Karabach in deutschen Medien

Am 7. November war ich in Karabach, unter anderem in Schuscha. Als Autor zweier wissenschaftlicher Bücher und mehrerer Artikel über Karabach und zur Vorbereitung weiterer Forschungen über die Geschichte und Kultur Karabachs habe ich ohne zu Zögern die Gelegenheit ergriffen, einer Einladung in de...

🥀Mikis Theodorakis und allen Opfern – überlebenden wie toten – der deutschen Mordlager zum Gedächtnis.Der junge Grieche ...
02/09/2021
Theodorakis-Farantouri 2 songs from Mauthausen live in Pireaus Greece 1966

🥀Mikis Theodorakis und allen Opfern – überlebenden wie toten – der deutschen Mordlager zum Gedächtnis.

Der junge Grieche Iakovos Kambanellis (1921-2011) wurde 1943 von den Deutschen auf seiner Flucht in die Schweiz aufgegriffen und in das Konzentrationslager Mauthausen verschleppt. Er erhielt die Häftlingsnummer 10205 und wurde dort bis zur Befreiung dieses Mordlagers Anfang Mai 1945 gefangen gehalten.

Kambanellis avancierte nach dem Ende des griechischen Bürgerkrieges rasch zu einem der bedeutendsten griechischen Dramatiker. Seine Gefangenschaft im Mordlager Mauthausen verarbeitete er in etlichen Texten sowohl in Lyrik als auch in Prosa. 1963 schuf er vier Gedichte, die folgende Titel tragen: Lied der Lieder; Adonis, Der Flüchtling; Wenn der Krieg vorbei ist.

1965 vertonte Mikis Theodorakis, der zwischen 1943 und 1949 in seinem Heimatland deutsche und griechische Lagerhaft mit schweren Folterungen durchlitten hatte, Kambanellis Gedichtzyklus und schuf die Mauthausen-Kantate – ergreifende Lieder, machtvoll und zugleich voller Zartheit und Sehnsucht. Die Uraufführung erfolgte 1966 in Athen. Nur ein Jahr später wurde das Werk nach dem Militärputsch verboten.

Ein kongeniale Interpretin seiner Lieder fand Mikis Theodorakis in Maria Farantouri, deren Stimme ihn nachhaltig begeisterte, so daß er sie ›meine Priesterin‹ nannte. 1966 gelang der gerade 19 Jahre alten Sängerin mit der eindrucksvollen Interpretation der Mauthausen- Kantate bei deren Uraufführung der internationale Durchbruch.

Als 1967 in Griechenland eine faschistoide Obristenclique für sieben Jahre die Macht an sich riß, ging Theodorakis als erklärter Gegner jeglicher Diktatur zunächst in den Untergrund, wurde wieder verhaftet und gefoltert, in griechischer Verbannung isoliert und konnte schließlich 1970 in das Exil nach Frankreich ausreisen. Farantouri floh unterdessen bereits 1967 außer Landes und protestierte in zahlreichen gefeierten Konzerten weltweit gegen die Diktatur der Obristen.

Mikis Theodorakis und allen Opfern – überlebenden und toten – der deutschen Mordlager wie Gedächtnis...🥀

From a concert in Greece from 1966. 2 songs from the cycle Mauthausen with Maria Farantouri, Kostas Papadopoulos and Lakis Karnezis on electric guitar and bo...

26/05/2021

Sehr aufschlußreich! Danke, Herr Lüders.

Mit NEX24 auf Geschichtsentdeckung. Vielen Dank!
13/05/2021
Die Wurzeln des türkisch-deutschen Miteinanders – eine Spurensuche

Mit NEX24 auf Geschichtsentdeckung. Vielen Dank!

1912 bereits bildete sich in Berlin ein Ausschuss, dessen Ziel die Gründung einer deutsch-osmanischen Hochschule am Bosporus war. Mit der 2010 ins Leben gerufenen Türk-Alman Üniversitesi in Istanbul wurde dieses Vorhaben erst knapp ein Jahrhundert später Wirklichkeit.

Stiller Mainachmittag: Tourte Sultan, frisch gemahlener äthiopischer Mokka und Liqueur de Violette. Tourte Sultan (aus d...
01/05/2021

Stiller Mainachmittag: Tourte Sultan, frisch gemahlener äthiopischer Mokka und Liqueur de Violette.

Tourte Sultan (aus dem Tagebuch der Elisabeth Schulz, Frankfurt 1911)

6 Eier
200 g Puderzucker
100 g Mehl
50 g gemahlene Haselnüsse
50 g gemahlene Mandeln
1 Eßlöffel grob gemahlene Kaffeebohnen
4 Eßlöffel Arrak
Zimt, Zitronenabrieb, Piment, Apfelsinenabrieb – alles nach gusto.
Prise Salz
etwas Backpulver (ein knapper Teelöffel)
Puderzucker zum Bestäuben

Eier trennen, das Eiweiß zu festem Schnee schlagen, Eigelb und Puderzucker zu einer dicklichen Crème schlagen, dann Kaffee, Nüsse, Salz, Backpulver und Mehl und die Gewürze dazugeben und zum Schluß vorsichtig den Eischnee unterziehen.

Auf ein Backblech streichen und etwa 15 Minuten bei 200°C im Herd backen. Noch warm mit Arrakglasur, im Herd trocken lassen und erkaltet in schmale Stücke schneiden und mit halben Walnüssen oder Mokkabohnen dekorieren.

Krawalle in Nordirland - Das Vereinigte Königreich könnte am Brexit zerbrechen
18/04/2021
Krawalle in Nordirland - Das Vereinigte Königreich könnte am Brexit zerbrechen

Krawalle in Nordirland - Das Vereinigte Königreich könnte am Brexit zerbrechen

Die Spannungen in Nordirland zwischen pro-britischen Unionisten und den Anhängern eines vereinigten Irlands haben wieder zugenommen. Am Ende könnte England allein dastehen mit seinem Brexit, meint Christine Heuer. Das Schlimme dabei sei: Die EU-kritische Tory-Basis hätte damit kein größeres Pro...

Eine Istanbuler Stadtentdeckung hoch über dem Bosporus mit NEX24 und Thomas Weiberg.
12/03/2021
Jugendstil in Istanbul: Khedivenpalast – das Schloß des Khediven von Ägypten | nex24.news

Eine Istanbuler Stadtentdeckung hoch über dem Bosporus mit NEX24 und Thomas Weiberg.

Abbas Hilmi II. (1874-1944), der Bauherr dieses malerischen Schlosses, war Khedive von Ägypten (Vizekönig). Wurde Ägypten de facto zwar seit etwa 1880 als Teil ihres Kolonialreiches von den Briten regiert, so war es de jure bis zum Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg im Novem...

26/02/2021

Herzlichen Glückwunsch zum Verdienstorden, Özlem Türeci und Uğur Şahin! Die beiden Gründer des Pharma-Unternehmens BioNTech werden von Bundespräsident Steinmeier dafür ausgezeichnet, dass sie innerhalb kürzester Zeit einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickelt haben. Sie haben damit einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet.

Ein sehr lesenswerter in die Tiefe gehender Text von Michael Reinhard Heß.
24/02/2021
Drei Bedeutungen von „Geschichte“: Zum Massenmord von Xocalı/Chodschali | nex24.news

Ein sehr lesenswerter in die Tiefe gehender Text von Michael Reinhard Heß.

Am 25. Februar 1992 gegen 23 Uhr griffen etwa 2 000 armenische Kämpfer Xocalı an. Der Überfall dauerte bis in die Morgenstunden des 26. Februar. An der Attacke beteiligte sich das 366. Infanterieregiment, eine noch aus der Armee der zwei Monate zuvor untergegangenen Sowjetunion stammende Einheit....

Немецкий историк через информационный портал рассказал читателям о творчестве великого Узеира Гаджибейли
02/02/2021
Немецкий историк через информационный портал рассказал читателям о творчестве великого Узеира Гаджибейли

Немецкий историк через информационный портал рассказал читателям о творчестве великого Узеира Гаджибейли

Известный немецкий тюрколог Томас Вайберг опубликовал статью о великом азербайджанском композиторе Узеире Гаджибейли. Как передает АЗЕРТАДЖ, в своем материале а....

Gestern vor zweiundachzig Jahren, am 10. November 1938 - in Istanbul starb um 9.05 Uhr im Dolmabaçe Palast der Begründer...
11/11/2020
Turkey Mourns Kemal Ataturk (1938)

Gestern vor zweiundachzig Jahren, am 10. November 1938 - in Istanbul starb um 9.05 Uhr im Dolmabaçe Palast der Begründer der modernen Türkei Mustafa Kemal Atatürk.
Damals versank das gesamte Land in tiefer Trauer. In einer pompösen Zeremonie wurde der Begründer der modernen Türkei im Thronsaal des Palastes am Bosporus aufgebahrt, die großenteils fassungslose Istanbuler Bevölkerung nahm in langen Zügen Abschied.

Die Überführung des Leichnams des toten Staatspräsidenten von Istanbul nach Ankara, zunächst per Schiff zum Bahnhof Haydarpaşa und dann per Eisenbahn in die Hauptstadt, glich einem letzten Triumphzug durch sein Heimatland. Sieht man heute die eindrucksvollen Filmaufnahmen verschiedener türkischer und ausländischen Wochenschauen, so gewinnt man den Eindruck, die gesamte Nation habe in einer letzten liebevollen und von tiefem Respekt erfüllten Geste Abschied von ihrem Helden nehmen wollen.

Viel ist über den Militär und Politiker Mustafa Kemal Pascha geschrieben worden. Zweifellos gehörte Atatürk zu den bedeutendtsen Staatsmännern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Außenpolitisch lenkte er das türkische Staatsschiff klug durch die politisch unruhige Zeit. Die Reformen, die er innenpolitisch einleitete, gaben der Türkei ein anderes Gesicht – und nicht nur die Frauen, die Atatürk als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft förderte, haben ihm viel zu verdanken. Die britische Wochenschau führte ihren Zuschauern dies 1938 eindrücklich vor.

1923 heiratete Mustafa Kemal Pascha die achtzehn Jahre jüngere Latife Uşşaki (1899-1976). Latife Hanım, hochgebildet und sehr engagiert, war ebenso selbstbewußt wie ihr Gatte, Spannungen waren so kaum zu vermeiden. 1925 erfolgte die Scheidung – sie begegneten einander nicht wieder. Und doch blieb ein unsichtbares Band zwischen ihnen beiden bestehen: Atatürk übersandte Latife Hanım immer dann, wenn er nach Istanbul kam, einen Strauß roter Rosen. Latife hat das Mausoleum Atatürks in Ankara niemals betreten. Sie bat jedoch eine Freundin, bei jedem ihrer Besuche am Sarkophag Atatürks eine Rose abzulegen: »Sag ihm, sie ist von mir.«

Atatürk ist bis heute unvergessen. An jedem 10. November um 9.05 Uhr hält das gesamte Land eine Minute lang inne, um des Begründers der Republik in großem Respekt zu gedenken.

Text © Thomas Weiberg

Item title reads - Turkey mourns Kemal Ataturk. Various shots of Kemal Ataturk sat around a table with other politicians, he speaks, M/S profile of him. C/U ...

Enklave – Wikipedia
09/11/2020
Enklave – Wikipedia

Enklave – Wikipedia

Eine Enklave (von französisch enclaver ‚umschließen‘) ist ein vom eigenen Staatsgebiet eingeschlossener Teil eines fremden Staatsgebietes (Büsingen am Hochrhein) oder ein eingeschlossener fremder Staat (Lesotho, San Marino oder Vatikanstadt).

Vielen Dank an meinen geschätzten Freund und Kollegen Michael Reinhard Heß, der eine ausgezeichnete Stellungnahme in bez...
16/10/2020
Krieg in Bergkarabach - Konflikt ohne Lösung

Vielen Dank an meinen geschätzten Freund und Kollegen Michael Reinhard Heß, der eine ausgezeichnete Stellungnahme in bezug auf die kriegerische Situation im Kaukasus abgegeben hat. Es lohnt sich sehr, seinen ausführlichen Text zu lesen:

»Ich teile hier einen Leserbrief, den ich gerade zu einem Kommentarbeitrag von Michael Maier in der "Berliner Zeitung" (16. Oktober 2020, Seite 3) abgeschickt habe.

Sehr geehrter Herr Maier,

Sie scheinen über Informationsquellen zu verfügen, die der Öffentlichkeit verschlossen sind. „Aserbaidschan hat mit Unterstützung der Türkei Armenien überfallen und will sich die autonome Region Berg-Karabach einverleiben“, schreiben Sie in Ihrem Kommentar „Stunde der Wahrheit“ in der Berliner Zeitung vom 16. Oktober 2020.

Sie beziehen sich auf die seit Ende September in Aserbaidschan tobenden Kämpfe, bei denen es sich Ihrer Meinung nach um einen „mörderischen Angriffskrieg“ handelt.

Mit Ihrem Kommentar haben Sie das Kunststück vollbracht, in einer kurzen Spalte die „Wahrheit“ ziemlich exakt in ihr Gegenteil zu verkehren. Denn die Kämpfe finden ja auf aserbaidschanischem Territorium statt, und nicht in Armenien. Schon aus diesem Grund darf man nicht davon sprechen, dass Aserbaidschan Armenien „überfallen habe“. Aserbaidschan kann sich nicht selbst überfallen.

Berg-Karabach ist seit der frühen Sowjetzeit, seit den 1920er-Jahren, unbestritten ein Teil Aserbaidschans (und war bis zur massiven Ansiedlung von Armeniern durch die russischen Eroberer ab den späten 1820er-Jahren im Übrigen mehrheitlich muslimisch bzw. aserbaidschanisch besiedelt gewesen).

Bis zum Ende der Sowjetunion haben alle sowjetischen Regierungen die rechtliche Zugehörigkeit der NKAO (Autonomen Region Berg-Karabach), um die es hier geht, zu Aserbaidschan beziehungsweise zur damaligen Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik, klar und eindeutig bestätigt. Aus diesem Grund hat sich Aserbaidschan auch niemals Berg-Karabach „einverleibt“, denn man kann sich nichts einverleiben, das schon fest in einem drin ist.

Unter Ausnutzung des Machtzerfalls der sowjetischen Zentrale haben armenische Truppen – übrigens unter Zuhilfenahme internationaler Terroristen wie Monte Melk´onian und unter Begehung einiger der fürchterlichsten Kriegsverbrechen der Nachkriegsgeschichte (Stichwort Xocalı) – in den frühen 1990er-Jahren Berg-Karabach mit Gewalt erobert und dort eine „Republik Artsakh“ etabliert, die von niemandem auf der Welt jemals anerkannt worden ist.

Außerdem haben die Armenier gleich umfangreiche umliegende Territorien Aserbaidschans mitokkupiert. Alles zusammen machen diese Gebiete etwa ein Fünftel des Staatsgebiets der Republik Aserbaidschan aus. Unter anderem die Vereinten Nationen haben (in den Sicherheitsratsresolutionen Nr. 822, Nr. 853; Nr. 874 und Nr. 884 von 1993) die armenischen Eroberungen und Okkupationen für völkerrechtswidrig erklärt und den umgehenden Abzug der Eindringlinge verlangt. Wenn es um Berg-Karabach geht, hat somit keinesfalls Aserbaidschan einen „mörderischen Angriffskrieg“ durchgeführt, sondern Armenien und seine Helfershelfer.

Was mich an Ihrem Kommentar stört, ist nicht nur die kühne Erfindung und Verdrehung von Fakten, sondern auch Ihre grandiose und selbstsichere Einseitigkeit. Sie erwähnen die Vertreibung der Armenier aus Berg-Karabach – aber wussten Sie eigentlich, dass auch Zehntausende von Aserbaidschanern aus Berg-Karabach vertrieben worden sind, und zwar von Armeniern?

Nach der letzten sowjetischen Volkszählung von 1989 gab es in der NKAO noch ungefähr 40.000 Aserbaidschaner, was etwa 20% der dortigen Bevölkerung entsprach. Heute gibt es, nach armenischen Angaben, gar keine Aserbaidschaner mehr in diesem Teil Aserbaidschans. Sie wurden vertrieben. Nach aserbaidschanischen Angaben sind seit den frühen 1990er Jahren aus den völkerrechtswidrig besetzten Teilen des Landes ungefähr eine Million Menschen vertrieben und zu Binnenflüchtlingen gemacht worden.

Wo bleibt in Ihrem Kommentar diesbezüglich die moralische und journalistische Ausgewogenheit, das Prinzip, sich nicht von vorneherein auf eine Seite zu stellen, sondern das Geschehen auf allen Seiten nach denselben Standards zu bewerten?

In der Geschichte, die Sie – bewusst oder unbewusst auf einer medialen Welle mitreitend, die seit dem Wiederausbruch des Kriegs im September in den deutschen Mainstreammedien fast ausschließlich tonangebend ist – über den Berg-Karabach-Konflikt erzählen, ist der von Ihnen erfundene „Überfall“ Aserbaidschans auf „Armenien“ dann wenig überraschend auch das „letzte Kapitel“ des Völkermords an den Armeniern, nota bene des 1915 im Osmanischen Reich begonnenen (der, auch das wäre ein kurzes Wort wert, nur dank deutscher Waffenbrüderschaft stattfinden konnte und von uns Deutschen mindestens geduldet wurde).

In dieser mit Grandezza entworfenen historischen Kontinuitätslinie beginnt der Genozid an den Armeniern 1915 und endet – niemals, sondern dauert seither an, bis auf seinen letzten Schauplatz Berg-Karabach. Er wurde also auch nicht durch die Gründung der Republiken Armenien und Aserbaidschan (1918), Türkei (1923) oder durch die Errichtung der Sowjetmacht im Kaukasus (1920) unterbrochen. Die Aserbaidschanische SSR, und damit indirekt auch das sowjetische Moskau, das ja die aserbaidschanische Position in Bezug auf Berg-Karabach bis zum Ende der Sowjetunion unterstützt hat, sowie die Republik Aserbaidschan haben Ihrer Darstellung nach also das Werk der Ittihadisten bewusst fortgeführt, um die Auslöschung des armenischen Volks zu betreiben.

Zu diesem Ziel haben sich, Ihrer Darstellung nach, Aserbaidschan und die Türkei jetzt wieder zusammengetan. In dieser Darstellung kommt natürlich nicht vor, dass Armenier und Aserbaidschaner in der Sowjetzeit weitgehend friedlich in Berg-Karabach lebten und dass der Konflikt unter maßgeblicher Beteiligung Armeniens seit dem Ende der 1980er Jahre wieder bewusst angefacht wurde.

Es kommt auch nicht die Frage danach vor, wem Berg-Karabach rechtlich gehört und wer es angegriffen und besetzt hat. Da Sie die Schuld praktischerweise eindeutig bei der „skrupellosen Führung“ Aserbaidschans und der Türkei entdeckt haben, müssen Sie natürlich auch keinen Gedanken daran verschwenden, wie skrupellos denn im Zweifelsfall die Verbündeten Armeniens, etwa Russland und der Iran, sind.

Sie weisen zu Recht auf das Leid der (mittlerweile nur noch armenischen) Bevölkerung Berg-Karabachs hin. Ich teile Ihren Wunsch, dieses Leid zu beenden, und ich fühle mit den dortigen Menschen mit. Aber ich fühle auch mit den Aserbaidschanern mit, die von Berg-Karabach aus beschossen worden sind, etwa durch Raketenbeschuss auf Aserbaidschans zweitgrößte Stadt Gәncә. Diese Opfer des aktuellen Konflikts spielen für Sie keine Rolle?

Am Ende Ihrer Einschätzung fordern Sie dann in kämpferischer Manier, die EU solle sich schleunigst aus ihrer bequemen Appeasement-Position zurückziehen, und erinnern an Chamberlain, womit Sie das von Ihnen in erschreckend einseitiger, verkürzender und voreingenommener Weise konstruierte antitürkische, antiaserbaidschanische Feindbild auch noch mit der Hi**erdiktatur vergleichen. Ging es nicht eine Nummer kleiner?

Und: wäre etwas mehr „Appeasement“ (das Wort bedeutet seiner etymologischen Herkunft nach „in den Frieden bringen“) vielleicht doch eine Option, oder wenigstens etwas mehr Ausgewogenheit, statt vorschnell weitergereichter Vorurteile? Give peace a chance?

Ich erlaube mir Kopie dieses Briefes auf meiner Facebook-Seite „Michael Reinhard Heß“ zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Russland hat eine Waffenruhe vermittelt, doch Armenien und Aserbaidschan halten sie nicht ein. Das zeigt, wie verfahren die Lage schon lange ist. Westliche Staaten müssten sich einbringen. Von Silvia Stöber.

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