Merkur. Gegründet 1947 als Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken

Merkur. Gegründet 1947 als Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken Aktuelle Informationen zu den Aktivitäten des Merkur, vor allem des Blogs.
(2)

Wie gewohnt öffnen

Eine ältere Deutsche und ein junger amerikanischer Kriegsgefangener werden im Februar 1945 zu Augenzeugen der grauenvoll...
19/11/2020

Eine ältere Deutsche und ein junger amerikanischer Kriegsgefangener werden im Februar 1945 zu Augenzeugen der grauenvollen Luftangriffe auf Dresden. Von ihr, Ida Kästner, besitzen wir zahlreiche Postkarten und Briefe an ihren geliebten Sohn Erich; von ihm, Kurt Vonnegut, den Roman Slaughterhouse-Five. https://www.merkur-zeitschrift.de/2020/11/02/bombennacht-dresden/ #abo

MERKUR, Nr. 858, November 2020ESSAY  Anders als es oft wahrgenommen wird, ist das gesamtgesellschaftliche Gedenken an de...
02/11/2020

MERKUR, Nr. 858, November 2020

ESSAY
Anders als es oft wahrgenommen wird, ist das gesamtgesellschaftliche Gedenken an den Zweiten Weltkrieg hierzulande in vielerlei Hinsicht lückenhaft. | Auf die verlogene Formel „Widerstand durch Mitwirken“ haben Apologeten das Handeln wichtiger NS-Akteure im Nachhinein gebracht – und ohne Einsicht und Reue die alten Netzwerke nach dem Krieg weitergepflegt. | Die Faktenlage über die Gewalt in den Ostfamilien ist dünn. Als man beschlossen hatte, dass der Sozialismus die kinderfreundlichste aller Welten ist, hat man zugleich das Schweigen beschlossen. | Eine ältere Deutsche und ein junger amerikanischer Kriegsgefangener werden im Februar 1945 zu Augenzeugen der grauenvollen Luftangriffe auf Dresden. Von ihr, Ida Kästner, besitzen wir zahlreiche Postkarten und Briefe an ihren geliebten Sohn Erich; von ihm, Kurt Vonnegut, den Roman Slaughterhouse-Five.

KRITIK
Wenn race auch eine Frage der Sinneswahrnehmung sein sollte, gibt es dann auch einen sensorischen Rassismus? | Ralf Dahrendorf verkörperte eine öffentliche Soziologie als historische Zeugenschaft in freiheitlicher Absicht.

MARGINALIEN
Beim Übergang von der Gleichberechtigung zur Gleichstellung bleibt immer eine Lücke. Nur zum Teil kann sie rechtlich gefüllt werden. | Das ist das große Dilemma der Institution Zentralbank: Gewählte Repräsentanten haben keine gesetzliche Verpflichtung zum Handeln, während die Zentralbank sehr wohl nicht nur Macht, sondern auch Verpflichtungen hat, nämlich ihr Mandat zu verfolgen. | Empörung, vor allem stilisierte, ist keine sichtbare Verhaltensform im öffentlichen Raum Japans. | Oft warte ich an einer Stelle, an der ich einen Pirol höre. Ich weiß, dass er da ist, ich höre seinen Gesang, ein etwas verzagt klingendes Flöten. Aber er zeigt sich nicht. | Ich würde diese meine vorletzte Kolumne gern geschehen lassen, anstrengungslos, als Übung vor meiner letzten Kolumne, bei der es nur noch darum gehen kann, sich dem Nichts zu stellen, der Leere.

www.merkur-zeitschrift.de

#gratistext "Bei Blumenberg lernte ich eine neue Haltung zur Philosophie und einen anderen Stil des Philosophierens kenn...
05/10/2020

#gratistext "Bei Blumenberg lernte ich eine neue Haltung zur Philosophie und einen anderen Stil des Philosophierens kennen. Die gesellschaftlich-politische Relevanz, die für die Frankfurter Schule so wichtig war, spielte keine Rolle. Auch mit der Berufung auf die aktuell führenden Autoritäten konnte man bei ihm nicht punkten." https://www.merkur-zeitschrift.de/2020/09/24/ueber-meinen-lehrer-hans-blumenberg/

MERKUR, Nr. 857, Oktober 2020ESSAY  In vielen Untergangsprognosen hatte man den Staat als Akteur schon gar nicht mehr au...
01/10/2020

MERKUR, Nr. 857, Oktober 2020

ESSAY
In vielen Untergangsprognosen hatte man den Staat als Akteur schon gar nicht mehr auf der Rechnung. Nun hat er sich zurückgemeldet, und bei genauerem Hinsehen merken wir: Er war nie wirklich weg. | Recht und Rechtsordnung sind zwei unterschiedliche Dinge, und die Rechtsordnung ist manchmal auch nur noch Ordnung – und gar nicht mehr Recht. | Bei Blumenberg lernte ich eine neue Haltung zur Philosophie und einen anderen Stil des Philosophierens kennen. Die gesellschaftlich-politische Relevanz, die für die Frankfurter Schule so wichtig war, spielte keine Rolle. Auch mit der Berufung auf die aktuell führenden Autoritäten konnte man bei ihm nicht punkten.

KRITIK
Man stelle sich vor, alle Schriftsteller würden Buchstabensalat produzieren und alle Musiker wilde Dissonanzen erzeugen – und nur ein paar arme Tröpfe, die es noch immer nicht kapiert hätten, würden nach wie vor Geschichten schreiben oder Melodien komponieren. | Häufung, Schüttung und Assemblage sind in ihrer formlosen Unendlichkeit für die Kunst der Wohlstandsgesellschaft, was Montage und Collage für die der ärmeren und härteren Zeit nach dem Ersten Weltkrieg waren.

MARGINALIEN
Wenn heute ständig die Gefahr neuer Kulturkämpfe beschworen wird, mag es hilfreich sein, sich den "Großen Kulturkampf" der 1870er Jahre noch einmal etwas genauer anzuschauen. | Während man in Polen von "sichergestellten Büchersammlungen" spricht, fallen in Deutschland dieselben Bücher schnell unter die Rubrik "Beutekunst". Zwei Länder, zwei Erinnerungskulturen, die das Trennende betonen. | Wie so oft ist auch in Ungarn der kulturelle Nationalismus nicht von heute auf morgen entstanden, sondern keimte als Versuchsanordnung weitaus früher. | Ist es notwendig, sich mit der Kleidung eines Philosophen zu beschäftigen, wenn man sich für dessen Leben und Werk interessiert? Bei Heidegger womöglich schon. | Man muss die Ängste der Menschen ernst nehmen. Muss man das? Hilft ihnen das?
www.merkur-zeitschrift.de

Wer sich unter den jüngsten Home-Office- und Quarantänebedingungen darin bestätigt gefunden hat, dass sich der Haushalt ...
23/09/2020

Wer sich unter den jüngsten Home-Office- und Quarantänebedingungen darin bestätigt gefunden hat, dass sich der Haushalt eben nicht von alleine macht, dass die Sorge um Kinder, Alte, Kranke anderes bedeutet als eine günstige Gelegenheit für profitorientierte Dienstleistungsunternehmen, dass diese häufig von Frauen übernommenen Tätigkeiten funktionieren müssen, damit »die Wirtschaft« und »der Kapitalismus« funktionieren können – für den oder die halten die Essays Silvia Federicis einiges bereit. https://www.merkur-zeitschrift.de/2020/09/01/hexen-und-leihmuetter-silvia-federicis-kapitalismustheorie/ #abo

MERKUR, Nr. 856, September 2020 ESSAYDie Verteidigung demokratischer Spielregeln ist nicht einfach als Dominanzgebaren v...
01/09/2020

MERKUR, Nr. 856, September 2020

ESSAY
Die Verteidigung demokratischer Spielregeln ist nicht einfach als Dominanzgebaren von Eliten zu diskreditieren. | Gerhard Richters Birkenau-Zyklus ist zum Fetisch einer Kunst der Vergangenheitsbearbeitung geworden, für die das Werk selbst bei genauer Betrachtung allerdings wenig leistet. | Die Aufklärung hat dem Profitprinzip Tor und Tür geöffnet, indem sie den Wunsch sich zu bereichern stimuliert und zugleich die herkömmlichen Privilegien beseitigen will.

KRITIK
Das Bundesverfassungsgericht hat sich auf den Weg gemacht, die EZB und den BND durch Abwägungslasten und Verhältnismäßigkeitsanforderungen verfassungsrechtlich zu disziplinieren. | Die Frage ist nicht so sehr, ob der Mensch im Weltall seinen Orientierungssinn verliert oder nicht, als vielmehr, ob dies nicht etwa eine eher sinnlose Frage ist. | Pierre Rosanvallon ist einer der wichtigsten politischen Denker Frankreichs. Anders als bei den meisten begann seine Karriere nicht an einer der Eliteuniversitäten des Landes. | In Silvia Federicis Werk tummeln sich Gestalten, die nicht zum Repertoire etablierter Theorien und Geschichten des Kapitalismus gehören: alte und neue Hexen, sorgende Hausfrauen, Schwangere und Leihmütter, Prostituierte und Altenpflegerinnen.

MARGINALIEN
Grenzkontrollen, Quarantänepläne, Desinfektionsmittel, Hygienevorschriften – was auch immer (hoffentlich) hilft, hat Konjunktur: Die Seuche ist der Souverän. | Wenn Hegel in der Ordnung die Unordnung sieht – und sich die Ordnung gar nicht anders denken kann als durchsetzt von Unordnung –, dann ist Hegels Humor unmittelbar politisch. | Auf die Spitze getrieben kann eine Übermacht der Statistik zur Auflösung aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen führen. | Der Teppich reagiert wie ein gutwilliges Pferd und bricht dann in eine kraftvolle Linkskurve aus. | Das deutsche Volk ist, sobald es keinen Tyrannen mehr über sich hat, ein tyrannisches Volk.

www.merkur-zeitschrift.de

Adresse

Mommsenstraße 27
Berlin
10629

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Merkur. Gegründet 1947 als Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Merkur. Gegründet 1947 als Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken senden:

Videos

Kunst & Unterhaltung in der Nähe


Andere Kunst und Unterhaltung in Berlin

Alles Anzeigen