Schöneweider Herbstlese

Schöneweider Herbstlese Jährliche Veranstaltungsreihe im Herbst mit Lesungen in Berlin Schöneweide seit 2014

Als 2014 die Oberschöneweider Literaturveranstalter PEAK-Buchhandlung, Espressobar Lalü und Industriesalon überlegten, ihre Ideen in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe zu bündeln, wurde die SCHÖNEWEIDER HERBSTLESE geboren. 2015 ist die neue Mittelpunktbibliothek in der Alten Feuerwache in Niederschöneweide dazu gekommen, 2019 die Galerie Schöne Weide. Autor*innen aus den verschiedensten Literaturgenres stellen ihre Werke vor und sich dem Publikum für Fragen und Gespräche.

Haus für Poesie
25/05/2019

Haus für Poesie

🇪🇺 Morgen ist Europawahl! Damit endet unser countdown #europagedichte. Last but not least mit Maarja Kangro (Foto: Lilian Merila) aus Estland. Zu lesen und zu hören auf lyrikline.org. Aus dem Estnischen übersetzt von Horst Bernhardt.

Zukunftshypotheken machen unsere Spiegel dunkel,
doch die Zukunft, nichts als Spuren und Schulden,
lacht sich bloß ins Fäustchen, wenn sie sieht,
wie im Finstern ein altes Finanzsystem sein Haupt erhebt:

Als Gino das Haus seiner Mutter auf Elba aufgegessen hatte,
ohne es zum Donald-Davidson-Forscher gebracht zu haben,
setzte er eine Annonce in die Zeitung:
„Wahrsage aus dem Tarot. Kaspar Hauser.”

In einem kleinen estnischen Dorf haben in der Krise –
so berichtete es der pensionierte Lehrer –
alle Arbeitlosen bei der Hellsehersendung im Fernsehen mitgemacht.
„Viele von ihnen sind übrigens tatsächlich weitergekommen.”

Das wilde Finanzsystem rumort
im Dunkeln: Zieh die Zukunft, die Narrenkarte!
Schau in den Spiegel, schau in diese Öffnung,
bezahle für deinen Blick! Kam ein Vogel herausgeflogen?

Das Orakel von Delphi und die Sibyllen schrecken
im Norden grämliche Alte und Kinder mit der Zukunft.
Dann erwacht der blinde Teiresias zum Leben,
ihm wachsen weiche weiche Brüste.

Frankfurter Anthologie: Walt Whitman: „Kosmos“
25/05/2019
Frankfurter Anthologie: Walt Whitman: „Kosmos“

Frankfurter Anthologie: Walt Whitman: „Kosmos“

Walt Whitman, Amerikas größter Hymniker, der vor 200 Jahren geboren wurde, war ein Bewunderer Alexander von Humboldts. In diesem Gedicht ist der Einfluss deutlich spürbar.

Haus für Poesie
23/05/2019

Haus für Poesie

🇪🇺 Am 26. Mai ist Europawahl! Unser Countdown #europagedichte zeigt die lyrische Vielfalt Europas. Diesmal mit Filipa Leal (Foto: Luiz Carvalho) aus Portugal. Zu lesen und zu hören auf lyrikline.org. Aus dem Portugiesischen übersetzt von Timo Berger.

Du zielst auf das sarkastische Antlitz der Wintersonne
und schießt. Seit so vielen Monaten regnet es nicht – hast du es bemerkt?
Selbst der Himmel gibt dich auf. Und dennoch schießt du, kannst nur schießen.
Du täuscht dich, Europa. Bist alt geworden und hast deine Demut verloren.
Du schießt weder auf den Sarkasmus noch auf den Winter,
nicht einmal auf das Unglaubliche, auf die Verzweiflung.
Du schießt aufs Licht.
Du kannst uns alles entgegenschleudern, Europa: Bomben, Worte, Bilanzen.
Du kannst uns sogar einen Abgeordneten entgegenschleudern, ein Gipfeltreffen.
Aber deine Kinder wollen keine Krawatten. Deine Kinder wollen Frieden.
Deine Kinder wollen nicht, dass du ihnen Suppe vorsetzt. Deine Kinder wollen arbeiten.
Seit so vielen Monaten regnet es nicht – hast du es bemerkt?
Die Erde ist trocken. Nicht einmal Arm in Arm mit der Erde gelingt es uns einzuschlafen.
Während ich dir schreibe, rechnest du weiter ab, Europa.
Wer schuldet. Wer leiht. Wer zahlt.
Aber deine Kinder haben Hunger, sind müde. Deine Kinder haben Angst vorm Dunkeln.
Du musst deinen Kindern ein Lied singen, damit sie einschlafen können.
Ich habe an dich geglaubt, und du hast meine Zukunft und die meiner Geschwister geraubt.
Wenn wir schweigen, Europa, dann nur weil wir, im Gegensatz zu dir,
nicht schießen wollen.

Haus für Poesie
19/05/2019

Haus für Poesie

🇪🇺 Am 26. Mai ist Europawahl! Unser Countdown #europagedichte zeigt - mit Texten von lyrikline.org - die europäische Vielfalt in der Lyrik. Diesmal mit Dragana Mladenovic aus Serbien (Foto: gezett)

EUROPA 2015/16:
ich ging nicht mit ihnen
1.
ich ging nicht mit ihnen/neben ihnen
meine ärmel waren nicht nass/meine hände nicht schmutzig
noch mein kind auf dem schoß/noch die feuchte decke
unter mir/die ganze nacht
saß/schlief ich nicht neben ihnen
mit ihnen/erwartete im schlamm den morgen/etwas
mein zelt war nicht undicht/niemals
hatte ich im zelt übernachtet
und niemals in einem schlauchboot
viel zu weit von der küste/dem strand
nie hatte ich einen fuß auf lesbos gesetzt
ich hatte nicht umarmt/getragen
eines von ihren erschrockenen/erfrorenen kindern
ich hatte mit ihnen/neben ihnen keinen
kalten/seichten grenzfluss durchwatet
und hatte nicht zu nachtschlafender zeit/draußen
stundenlang gewartet nass
ich ging nicht mit ihnen/neben ihnen
in turnschuhen/ich hatte sie nicht mitgenommen
und meine schlapfen
wurden vom schlamm verschluckt

2.
ich stand nicht mit ihnen/neben ihnen
gestern abend als sie warteten/ich wartete nicht
ich sah mir homeland/nachrichten an
die nacht verbrachte ich nicht draußen/im nebel
brannte eine lampe/am morgen sah ich vom fenster
alles weiß/die bäume nass und
alles bekannt/nichts unbekannt
heute nacht machte ich kein feuer/
ich las nur/machte es mir gemütlich
ich hatte es nicht kalt/feucht
und mein kind schlief nicht im stehen
träumte nicht/schlecht
heute nacht stand ich nicht mit ihnen/neben ihnen
in einer jacke/ich hatte sie nicht mitgenommen
und meine decke wurde vom feuer verschluckt

3.
ich wachte nicht mit ihnen/neben ihnen auf
ich öffnete nicht die augen/es war früher morgen
und eine ganze welt in bewegung/das war
nicht ich
ich wachte nicht auf/auch mein rücken
war nicht kalt/eine nachgemalte
herbstliche wand/und ich fragte nicht
was ist das für eine stadt/sind wir denn
angekommen/woher kommen all diese menschen/
diese stadt die durch rotes/gelbes/grünes
laub rennt/im park war ich nicht
mit ihnen an der bahnhofsmauer
und niemand hatte gesagt
es gibt nur eine tür
durch die alle
durchgehen
heute nacht träumte ich nicht
von palmyra/damaskus/homs
ich hatte sie nie gesehen
ich war nicht mit ihnen aufgewacht/
neben ihnen und dachte nicht
an zuhause/an das was geblieben war/an das haus
ich ging nur hinaus/
ich drehte mich nicht um/
ich weiß nicht ob ich
die tür abgeschlossen/
den schlüssel mitgenommen hatte

Aus dem Serbischen von Jelena Dabić
Das serbische Original auf lyrikline.org hören:
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/evropa-201516-13252

Improbables Librairies, Improbables Bibliothèques
18/05/2019

Improbables Librairies, Improbables Bibliothèques

Selbstversuch – Christa Wolf zum 90. Geburtstag 2019LesungFreitag, 21. Juni 2019 | 20 Uhr"Jedes Wort in meinem Bericht...
18/05/2019
Externe Projekte

Selbstversuch – Christa Wolf zum 90. Geburtstag 2019
Lesung

Freitag, 21. Juni 2019 | 20 Uhr

"Jedes Wort in meinem Bericht stimmt. Alle seine Sätze zusammen erklären gar nichts: Nicht, warum ich mich für den Versuch hergab; erst recht aber nicht, warum ich ihn nach dreißig Tagen abbrach, so dass ich seit vollen zwei Wochen glücklich wieder einen Frau bin." – Christa Wolf

Die in Deutschland und Amerika lebende Journalistin Edith Anderson Schröder, regte 1970 fünfzehn junge DDR-Schriftsteller an, je einen Prosatext zum Thema Geschlechtertausch zu verfassen. Es wurde zu einer Auseinandersetzung mit den bestehenden gesellschaftlichen Rollenmustern. Christa Wolfs Selbstversuch hat an Spannung und Aktualität bis heute nichts eingebüßt.

Ein Abend mit der Schauspielerin Elisabeth Richter-Kubbutat.

Foto (c) Roger Melis
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Elisabeth Richter-Kubbutat studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Nach ihrem ersten Engagement am Meininger Theater ging sie nach Berlin und spielte am Deutschen Theater, Maxim Gorki Theater und Berliner Ensemble. Sie arbeitete für Film und Fernsehen, war Mitbegründerin des Hackeschen Hoftheaters und wirkte an Uraufführungen experimenteller Theaterprojekte junger Künstler mit.

1995 begann sie mit der Erarbeitung szenischer Lesungen. Seitdem entstand ein umfangreiches Repertoire aus klassischer und zeitgenössischer internationaler Literatur. Ihre Lesereisen führen sie quer durch Deutschland. Es entstanden Hörbücher mit Shakespearemärchen und Novellen von Franz Fühmann, Fabeln von C. F. Gellert und virtuoser Barockmusik, sowie eine Aufnahme der "Regentrude" von Theodor Storm mit Musik von Debussy. Im Rahmen der RBB-Sendung "Abendsegen" entstanden eine Reihe von Lyrikaufnahmen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtet sie auf den Gebieten Atem, Stimme, Text und Schauspiel.

www.richter-kubbutat.de

In den Reinbeckhallen in Berlin finden regelmäßig Projekte statt. Die Eventlocation können Sie auch für Ihr Projekt, Veranstaltung oder Ausstellung mieten.

radioeins
17/05/2019

radioeins

#Denkpause: Wenn das Hirn zu kurz gekommen, wird halt gern Moral genommen. (Wiglaf Droste, Schriftsteller)

Haus für Poesie
17/05/2019

Haus für Poesie

🇪🇺 Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Am 26. Mai ist Europawahl! Unsere Reihe #europagedichte ist ein Lyrik-Countdown mit Texten von lyrikline.org. Diesmal schreibt Olivia Bergdahl (Foto: gezett) über unsere liebste Hassliebe:

Europa

Du erzählst mir, dass ich hier sicher bin
doch pfeift der Wind
und mit dem Winter im Rücken lässt sich’s nicht gut schreiben
die Kälte ist trügerisch, Entschuldigungen gibt’s zuhauf
die Zeit heilt Wunden, die Narben bleiben

und ich leg den Finger drauf
will dem alles einen Namen geben
doch es entgleitet mir, liegt immer knapp daneben
heißt LONDON, SREBRENICA
PRAG und KOPENHAGEN
heißt ARBEIT MACHT FREI
heißt CHARLIE HEBDO

Stimmt’s, Europa
Ich versuch nur verstehen
kann im Spiegel sehen,
dass ich dich besitze, Europa
bist eingebrannt in meine Haut,
zerlumpter Kontinent, den ich so lange trage, er ist schon ganz zerschlissen,
wo ich mich ziemlich frei bewege, anlege, wo es mir gefällt,
doch Europa, die Frage, die sich stellt: bist du nicht eigentlich ein Ort?
Tu tust, als seist du meine Mutter
als wärn wir durch Bande aneinander gekettet
als wärst du die Familie, für die ich lebe
das sind nicht die Beziehungen, nach denen ich strebe

und ich leg den Finger drauf
will wissen, will dem alles einen Namen geben

heißt KONGO, ALGERIEN,
heißt UTÖYA, BERLIN
heißt EAST INDIA COMPANY
heißt RASSENBIOLOGIE
heißt BRÜSSEL, DRESDEN, KIEV,
STALINGRAD, MADRID
heißt NIZZA, LAMPEDUSA
heißt: Wunden heilt die Zeit
es ist nicht weit her mit unserer Glaubwürdigkeit

Du erzählst mir, Europa:
schau nur, wo ich lebe,
all diese Kirchen, Brücken, Schlösser, Städte sind schön,
genau so wie meine, doch mein Recht per Geburt,
die Grenzen, die Meere,
wie können sie mein sein, wenn ich nichts davon gebe?

I am sorry, Europa,
desolée, vergib!
Schlauchboote, Schwimmwesten, durchlöchert wie ein Sieb

wir wählen unseren Missbrauch
wir wählen unsere Scham
die Karte ist zwar lesbar, doch alles wird sich weiterdrehen
wenn Worte Sprache werden und Sprachen zum Gesetz
ich blicke in den Spiegel und das hab ich gesehen:
Europa, du besitzt mich!
Taufst mich als Tochter oder Sohn,
da nützt es nicht zu schreien,
hier komm ich her, ich hab keine Option

und ich leg den Finger drauf
will wissen, was für ein Name das ist

heißt LEOPOLD und LUDWIG
heißt CHARLES, GEORGE und PETER
Nie wieder Krieg, warn deine Worte
Nie wieder Mauern, das ist klar
Vermeidest „Rasse“, ist schon wahr,
doch schickst du stattdessen Kultur in die Spur
er heißt ORBAN
heißt PUTIN
heißt PEGIDA und LE PEN
wie ein goldnes Dämmern auf baldigen Sieg
dabei warn deine Worte Nie wieder Krieg

es ist immer noch JESUS immer nur JESUS
ist KOLUMBUS und LINNAEUS
ist mein Körper im Spiegel
und ich seh, dass ich als Europäerin durchgeh
heißt HITLER, heißt STALIN, heißt FRANCO, MUSSOLINI
heißt DUBLIN
heißt SCHENGEN
heißt BOSSI-FINI

Das bist du, Europa,
und du warst mal ein Traum
ich weiß, dass du mich hörst, denn dein Blick hat einen schimmert erstaunt
Deshalb Europa, j’accuse … Ich verleugne dich und weiß
ich krieg von dir die Welt, doch dein Herz ist kaltgestellt
also taufe ich dich HEUCHLERIN
HENKERIN MÜHLENSTEIN

Doch du zuckst mit den Schultern,
sagst, ach Kind, lass sein

Und weil du weißt, dass ich hier sicher bin
lässt du die Winde Winde sein
mein Schutzschild ist Haut, sind Namen
und Wunden heilt die Zeit
aber wie kann ich dir verzeihen
wenn du mich wiegst in deinem Arm,
du bist die sicherste Festung weit und breit

Übersetzung aus dem Englischen Odile Kennel

Olivie Bergdahl im schwedischen Original auf lyrikline.org:
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/europa-13511

Deutschlandfunk Kultur
16/05/2019
Deutschlandfunk Kultur

Deutschlandfunk Kultur

„Immer ein Glas, das richtig gut schmeckt.
Dabei niemals blöde strunkelig sein.
Schön singen. Küssen! Dann wieder: Wein.
Und vom Leergut leben. Das wär perfekt.“
Wiglaf Droste (1961–2019)

Deutschlandfunk Kultur
15/05/2019

Deutschlandfunk Kultur

Geboren am 15. Mai 1911. Gelesen bis heute. 📚 🧡

STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick
15/05/2019

STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick

👉Lesepat*innen gesucht! 📖 Infos in deinem #sternenfischer_freiwilligenzentrum #treptowkoepenick #berlin 😊 #engagement #lesepaten #bürgernetzwerkbildung #schulen #bildung #engagementangebot

Haus für Poesie :: Alle Veranstaltungen
15/05/2019
Haus für Poesie :: Alle Veranstaltungen

Haus für Poesie :: Alle Veranstaltungen

Veranstaltung: Juni 2019 Di 11.6.19 18.00 Uhr Poets' Corner: Lyrik in den Bezirken Steffen Popp © Renate von Mangold Lesung Poets' Corner überzieht die Stadt mit Gedichten. Über 30 Berliner LyrikerInnen und ein Kollektiv lesen an einem Abend aus ihren Werken – in Bibliotheken, Galerien, Museen ...

Suhrkamp Verlag
09/05/2019

Suhrkamp Verlag

EIN GESELLSCHAFTSPANORAMA, das bei Dickens und Dostojewski seinesgleichen findet: Isaac Bashevis Singers Roman »Jarmy und Keila« liegt erstmals in deutscher Übersetzung vor.

Haus für Poesie
09/05/2019
Haus für Poesie

Haus für Poesie

🇪🇺 Am 26. Mai ist Europawahl! Unsere Reihe #europagedichte ist ein Lyrik-Countdown zum Thema Europa. Diesmal mit Øyvind Berg:

Und eines schönen Tages fanden wir das wahre Europa
nicht das das gebunden wird
von solide arischen Fortschritts-Kalauern
nicht das das zugedeckt wird
von griechischer Metamorphose
sondern das das im Reich der Toten überlebt
in der Erde, die das eurasische Landstück ausmacht
kurz gesagt in den Katakomben
unter Amsterdams Red Light District
tief drin in Mutter Erde
in feuchten Höhlengängen wo tausende Männer vorbeischleichen
umeinander anzubaggern
in dieser Homokultur, bis zu drei Etagen
in der Rinde
fanden wir den deutlichsten Ausdruck für europäische Zivilisation
und darauf sind wir stolz, auch wir die wir keine Tunten sind
auch wir, die mit Toten wie
Dante oder Vergil dealen können
auch wir, die wir keinen anderen Himmelsstoff besitzen
als das Leben hier&jetzt
und ich denke an Ulrich von Hutten, den Landstreicherphilosophen
der nach zwölf Jahren Wanderung nicht Mythen spann
über das was er erlebt hatte
sondern schlicht und einfach zugab
daß nicht so viel in seine
syphilitische Birne reingegangen war
"denn das war in vieler Beziehung bloß ein Vorspiel zum Leben
und eine Einübung
in die eigentliche Tragödie“

Der unterirdische Himmel (Den underjordiske himmelen, aus dem Norwegischen von Walter Baumgartner), zu lesen und hören auf lyrikline.org:
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/den-underjordiske-himmelen-2794

Unser Stammgast Autor Peter Wawerzinek macht Film ...
07/05/2019
Die Ausboxung Lievalleens. Von Peter Wawerzinek. | Die Dschungel. Anderswelt.

Unser Stammgast Autor Peter Wawerzinek macht Film ...

Klaus ist früh mit dem Zug nach Schwerin unterwegs. Meine Freundin und ich empfangen ihn am Bahngleis. Ist so schön, abgeholt zu werden. Und wie er sich darüber freut. Grund für seinen Besuch ist das hier stattfindende Filmfestival, mein Streifen LIEVALLEEN hat es bis in den Wettbewerb unter die...

03/05/2019
Haus für Poesie

Haus für Poesie

🇪🇺 Am 26. Mai ist Europawahl! Unsere Reihe #europagedichte ist ein (nachdenklicher) Lyrik-Countdown zum Thema Europa. Diesmal mit Björn Kuhligk:

Die Liebe in den Zeiten der EU

Wie ein Grenzschutz wieder
eine Linie zieht, das muß, es
darf geschossen werden, das
muß, das darf gefilmt werden

wie erdfremd dieser Kontinent
mit Sternchen am Revers, wie der
die Abwehr aufbaut, Mutti macht
noch schnell den Abwasch

als im Süden die ersten Turnschuhe
angespült wurden, später zwei, drei
Zweibeiner gefischt wurden, das muß
es darf zurückgefeuert werden

Haus für Poesie
01/05/2019

Haus für Poesie

🇪🇺 Am 26. Mai ist Europawahl! Zeit für einen Countdown mit Gedichten zum Thema Europa, Zeit für #europagedichte. Los geht's mit Nora Bossong:

Ach Europa,
auch nur dieses kleine, gerüttelte Wiesending, Königstochter
mit einer panischen Angst vor Stieren, wer nimmt ihr das übel
nach all dem. Kriege hatte sie wie andere Leute Erkältungen.
Eine Schürze voller Länder über die Ebene geschüttelt, Babel
an jedem Grashalm errichtet, Verwaltungschaos drapiert in
Brüsseler Spitze. Ein Panoptikum aus Irren und Ehrenbürgern,
Bagatellen und bösen Geistern. Die Sumpfdotterblume wäre
die sichere Wahl, doch irgendetwas liegt uns an ihr, Europa,
dieser verschreckten Zwergin am Ende der Welt. Wir muntern
sie auf und beteuern, dass es einmal gut ausgeht mit ihr.

Foto: Nora Bossong (c) Hassiepen

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