DEFKOM - Deutsche Filmkomponistenunion

DEFKOM - Deutsche Filmkomponistenunion Gemeinsame Stimme der Filmkomponistinnen und Komponisten in Deutschland
Eine Fachgruppe im Deutschen Komponistenverband (DKV) DEFKOM – die Deutsche Filmkomponistenunion, eine Fachgruppe des deutschen Komponistenverbandes DKV ist eine eindrucksvolle Kreativ- und Solidargemeinschaft in Deutschland lebender Filmmusikkomponisten – von namhaften Persönlichkeiten und Koryphäen der Filmmusikszene bishin zum vielversprechenden Nachwuchs.

Gemeinsam setzen wir uns für das Filmmusikschaffen “made in Germany” und seine Urheber ein, sei es in kulturpolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht, bei GEMA-Fragen, dem Musikexport und bei der Förderung und Verbreitung des vielseitigen Filmmusikpotenzials hierzulande. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten zeigen wir Präsenz bei wichtigen Veranstaltungen (wie z.B. der Berlinale, dem Münchener

Gemeinsam setzen wir uns für das Filmmusikschaffen “made in Germany” und seine Urheber ein, sei es in kulturpolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht, bei GEMA-Fragen, dem Musikexport und bei der Förderung und Verbreitung des vielseitigen Filmmusikpotenzials hierzulande. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten zeigen wir Präsenz bei wichtigen Veranstaltungen (wie z.B. der Berlinale, dem Münchener

Wie gewohnt öffnen

"Weltweiter Serienstart heute, am 01.10.2021 auf Netflix.Original Netflix Dokuserie "Colonia Dignidad – eine deutsche Se...
01/10/2021

"Weltweiter Serienstart heute, am 01.10.2021 auf Netflix.
Original Netflix Dokuserie "Colonia Dignidad – eine deutsche Sekte in Chile“
von Annette Baumeister, Wilfried Huismann und Kai Christiansen
mit Musik von DEFKOM Mitglied Hans P. Ströer“

"Weltweiter Serienstart heute, am 01.10.2021 auf Netflix.
Original Netflix Dokuserie "Colonia Dignidad – eine deutsche Sekte in Chile“
von Annette Baumeister, Wilfried Huismann und Kai Christiansen
mit Musik von DEFKOM Mitglied Hans P. Ströer“

DEFKOM Mitglied John Gürtler gewinnt den Camille Award 2021 in der Kategorie 'Best Score Electro-Acoustic'Herzlichen Glü...
08/04/2021

DEFKOM Mitglied John Gürtler gewinnt den Camille Award 2021 in der Kategorie 'Best Score Electro-Acoustic'

Herzlichen Glückwunsch an John Gürtler. Der Camille Award ist der Europäische Filmmusikpreis für die beste Filmmusik des Jahres und eine hohe Auszeichnung.

Die DEFKOM Deutsche Filmkomponistenunion freut sich mit John, der auch schon den Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie "Bester Song in einem Film" im Jahre 2014 gewonnen hat.

DEFKOM Mitglied John Gürtler gewinnt den Camille Award 2021 in der Kategorie 'Best Score Electro-Acoustic'

Herzlichen Glückwunsch an John Gürtler. Der Camille Award ist der Europäische Filmmusikpreis für die beste Filmmusik des Jahres und eine hohe Auszeichnung.

Die DEFKOM Deutsche Filmkomponistenunion freut sich mit John, der auch schon den Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie "Bester Song in einem Film" im Jahre 2014 gewonnen hat.

22/03/2021
Öffentliche Anhörung ohne Urheber:innen? | Initiative Urheberrecht

Für Montag, den 12. April 2021, lädt der federführenden Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucherschutz zu einer öffentlichen Anhörung ein. Neun Expert:innen sollen Auskunft geben zum Thema „Anpassung Urheberrecht“.

Vertreter:innen der Urheber:innen oder ausübenden Künstler:innen sind bisher nicht dabei. Dagegen haben die über 35 Verbände der Initiative Urheberrecht, die darüber rund 140.000 Urheber:innen und Künstler:innen vertritt, in einem gemeinsamen Brief protestiert.
Mehr unter diesem Link:

Für Montag, den 12. April 2021, lädt der federführenden Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucherschutz zu einer öffentlichen Anhörung ein.

Komponistin Ulrike Haage gewinnt den 12. Deutschen Musikautorenpreis!Wir gratulieren DEFKOM Mitglied Ulrike Haage für de...
09/03/2021

Komponistin Ulrike Haage gewinnt den 12. Deutschen Musikautorenpreis!
Wir gratulieren DEFKOM Mitglied Ulrike Haage für den den diesjährigen Musikautor*innen Preis der GEMA im Bereich Audiovisuelle Medien .
Hier ein kurzer, sehenswerter und lustiger Clip zu der sehr überraschenden online Verleihung im Kino Blauer Stern, Berlin:
https://www.youtube.com/watch?v=s8AN_VNtfi4
Foto (c) Kevin Riedl
https://www.facebook.com/ulrike.haage

Komponistin Ulrike Haage gewinnt den 12. Deutschen Musikautorenpreis!
Wir gratulieren DEFKOM Mitglied Ulrike Haage für den den diesjährigen Musikautor*innen Preis der GEMA im Bereich Audiovisuelle Medien .
Hier ein kurzer, sehenswerter und lustiger Clip zu der sehr überraschenden online Verleihung im Kino Blauer Stern, Berlin:
https://www.youtube.com/watch?v=s8AN_VNtfi4
Foto (c) Kevin Riedl
https://www.facebook.com/ulrike.haage

Herzlichen Glückwunsch.DEFKOM Mitglied Freya Arde  ist Teil der diesjährigen Face To Face With German Films Kampagne - a...
16/02/2021
German Films Unveils Eight Participants In Promotional Face To Face Campaign

Herzlichen Glückwunsch.
DEFKOM Mitglied Freya Arde ist Teil der diesjährigen Face To Face With German Films Kampagne - als erste und bis jetzt einzige Komponistin dieser internationalen Kampagne. Es werden insgesamt 8 talentierte deutsche Filmemacherinnen vorgestellt.
https://deadline.com/2021/02/german-films-eight-participants-promotional-face-to-face-campaign-1234694382/

EXCLUSIVE: German Films, the agency that promotes German cinema globally, has unveiled participants for the sixth edition of its Face To Face With German Films campaign, which this year will be ded…

Ein Beitrag zur Filmmusik von DEFKOM Mitglied Christian Biegai zu Duncan Jones ersten Kurzfilm.
10/02/2021
Long Lost Score To Duncan Jones First Short Film WHISTLE Found And Remastered By Composer Christian Biegai | Man Made Movies

Ein Beitrag zur Filmmusik von DEFKOM Mitglied Christian Biegai zu Duncan Jones ersten Kurzfilm.

WHISTLE (2002) is Duncan Jones’ 26 minute debut short film he has described by him as “my dry run at a feature film”. Until very recently we’ve only been able to listen to one track from WHISTLE, ‘Leaving For London’, on composer Christian Biegai’s Soundcloud. Thanks to some audio wiza...

13.1., PKR-Plus-Webinar: KSK und weitere Vorsorgestrategien Die Pensionskasse Rundfunk (PKR) bietet am Mittwoch, 13. Jan...
08/01/2021

13.1., PKR-Plus-Webinar: KSK und weitere Vorsorgestrategien

Die Pensionskasse Rundfunk (PKR) bietet am Mittwoch, 13. Januar, um 18 Uhr ein Webinar in der Reihe PKR Plus an, das über die Künstlersozialkasse (KSK) und weitere Vorsorgestrategien informiert.

Als Referentin konnte die PKR die Unternehmens- und Wirtschaftsberaterin Brigitte Schröder von der mibeg Wirtschaftsberatung gewinnen.

Die Teilnahme am Webinar ist selbstverständlich kostenlos und ganz unkompliziert ohne vorherige Registrierung via Teams möglich. pkr.de/SchroederKSK

Eine Übersicht über weitere Themen und Termine finden Sie unter pkr.de/webinare
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Liebe Freunde der DEFKOM,unser Dezember Newsletter ist ab sofort online mit vielen wichtigen Themen wie unser Pandemie K...
23/12/2020
DEFKOM Dezember Newsletter 2020

Liebe Freunde der DEFKOM,
unser Dezember Newsletter ist ab sofort online mit vielen wichtigen Themen wie unser Pandemie Konzept für Soloselbstständige, die Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht, Monitoring-Fingerprinting Verfahren und vieles mehr. Unser Newsletter ist wie immer für alle öffentlich, natürlich freuen wir uns sehr über Filmmusikkomponisten, die der DEFKOM beitreten möchten, viele Ergebnisse unserer Arbeit sind ausschliesslich den Mitgliedern vorbehalten.
Euch allen wünschen wir schöne Feiertage und bleibt gesund.
https://mailchi.mp/e511fa62e59a/defkom-april-newsletter-5198554

Um dem Thema der fehlenden Ausstrahlungen einmal gründlich nachzugehen, nahmen wir uns exemplarisch ein Filmprojekt eines Leitungsgruppenmitglieds vor, bei dem ca. 15 Ausstrahlungen eines Filmes aus 2019 fehlten, obwohl alle Files vollständig und rechtzeitig upgeloadet waren. Daraufhin tauchten wi...

Dascha Dauenhauer zu „Berlin Alexanderplatz“dafür ausgezeichnet mit dem europäischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpre...
22/12/2020
Masterclass John Gürtler - Filmkomponist

Dascha Dauenhauer zu „Berlin Alexanderplatz“
dafür ausgezeichnet mit dem europäischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis

https://www.zdf.de/kultur/kultur/masterclass-daschadauenhauer-100.html

Defkom Mitglied John Gürtler zu „Systemsprenger“
dafür ausgezeichnet mit dem europäischen Filmpreis und nominiert für den Deutschen Filmpreis
https://www.zdf.de/kultur/kultur/masterclass-johnguertler-100.html

Filmkomponist John Gürtler spricht über seine Arbeit und die Entwicklung im deutschen Film hin zu mehr Musik und komplexen Soundtracks.

Seit fünf Jahren arbeitet DEFKOM Mitglied K.S. Elias  „pro Bono“ für dieses Herzensprojekt. "Schon immer treiben mich di...
18/12/2020
Hinter den Kino-Kulissen: "Masterclass Film" bei ZDFkultur: ZDF Presseportal

Seit fünf Jahren arbeitet DEFKOM Mitglied K.S. Elias „pro Bono“ für dieses Herzensprojekt.
"Schon immer treiben mich die künstlerischen Entstehungsprozesse der unterschiedlichen künstlerischen Gewerke um und ich frage mich wie diese entstehen. In diesen Gesprächen, die in Kooperation mit der Filmuniversität Babelsberg, der Deutschen Filmakademie, ZDFKultur und mit Unterstützung der GEMA-Stiftung und Franz Grothe Stiftung entstanden sind, versuche ich mich dem anzunähern."
https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/mitteilung/hinter-den-kino-kulissen-masterclass-film-bei-zdfkultur/

Der Deutsche Filmpreis ist der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Seit 1951 werden Filmschaffende und herausragende Produktionen jährlich mit der begehrten Lola ausgezeichnet. Was aber macht einen Film zum besten des Jahres? In einer neuen Reihe bei ZDFkultur, online ab Dienstag, 22. Dezember 20...

Mit langjähriger Krimi-Erfahrung bringt DEFKOM Mitglied und Filmkomponist Andreas Moisa  (SOKO Leipzig) die Klangbibliot...
09/12/2020

Mit langjähriger Krimi-Erfahrung bringt DEFKOM Mitglied und Filmkomponist Andreas Moisa (SOKO Leipzig) die Klangbibliothek „Crime Fundamentals“ für den Software Synthesizer u-he Zebra 2 heraus. Die Library richtet sich an Filmkomponisten und Musikproduzenten und bietet 188 speziell für das Krimi-Drama-Genre entwickelte Klänge. Erhältlich unter https://whatabaudio.com/products/crime-fundamentals

Facebook-Links:
https://www.facebook.com/andreas.moisa/
https://www.facebook.com/whatabaudio

Jacqueline Macaulay und Hans-Werner Meyer sind beide Schauspieler. Und doch trifft Corona sie ganz unterschiedlich. Das ...
02/12/2020

Jacqueline Macaulay und Hans-Werner Meyer sind beide Schauspieler. Und doch trifft Corona sie ganz unterschiedlich. Das Ehepaar im Gespräch über Probenpauschalen, Soloselbstständige und arbeitsrechtliche Absurditäten.

Hans-Werner Meyer und Jacqueline Macaulay sind Schauspieler. Und verheiratet. Die Corona-Krise nehmen sie aber ganz unterschiedlich wahr, denn er spielt vor allem in Serien ("Letzte Spur Berlin") und sie vor allem am Theater. Ein Gespräch über Ungleichbehandlung in der Pandemie, ausgeschlagene Hilfsangebote von Netflix - und warum das Konzert aus dem eigenen Wohnzimmer im Netz inzwischen verpönt ist.

WELT: Sie sind auch Vorstandsmitglied im BFFS, der Gewerkschaft der Schauspieler. Erklären Sie uns, warum manche Schauspieler Corona-Unterstützung bekommen und andere nicht.

Hans-Werner Meyer: Wenn wir Filme drehen und wenn wir als Gast am Theater spielen, sind wir auf Projektbasis befristet Beschäftigte. Wir haben Arbeitsverträge. Die Lohnsteuer, der Arbeitnehmeranteil der Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung, Soli, etc. werden von der Gage abgezogen, aber eben bloß für einen gewissen Zeitraum, manchmal nur für einzelne Drehtage oder einzelne Vorstellungen im Monat.

WELT: Und wenn jemand fest in einem Ensemble angestellt ist?

Meyer: Dann ist er eben auf einen längeren Zeitraum befristet beschäftigt, nämlich in der Regel ein Jahr, maximal zwei, und wird monatlich bezahlt mit den oben genannten Abzügen. Der Vertrag verlängert sich automatisch um ein Jahr, es sei denn, es wird eine sogenannte "Nichtverlängerung", also faktisch eine Kündigung ausgesprochen.

WELT: Wer sind aber nun die Soloselbstständigen im Künstlerbereich?

Meyer: Freischaffende Musiker, Bühnenbildner, Regisseure, bildende Künstler sind Soloselbstständige. Als Schauspieler bin ich es nur dann, wenn ich z.B. eine Lesung oder einen Liederabend veranstalte oder ein Buch schreibe oder als Dozent arbeite. Dann liefere ich ein fertiges Werk ab, stelle eine Rechnung und werde dafür bezahlt. Einkommens- und Mehrwertsteuer muss ich dann selber abführen. Für diese Tätigkeiten fließen keine Beiträge in die Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung, und es werden auch keine Anwartschaften für die Arbeitslosenversicherung gesammelt.

WELT: Was ist nun die Lage im zweiten Lockdown?

Meyer: Es ist eine unbürokratische Hilfe für Soloselbstständige angekündigt worden. Diese Regelung muss auch für auf Projektdauer beschäftigte Kulturschaffende gelten, um uns zu erreichen.

WELT: Sind Sie im vergangenen halben Jahr auf dem Trockenen gesessen?

Meyer: Ich persönlich nicht, denn ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die Arbeitslosengeld bekommen, weil ich durch Serien genug Anwartschaftszeit gesammelt habe. Die Produktionen, die während der ersten Lockdown-Zeit hätten gedreht werden sollen, wurden hinterher nachgeholt, und für die ausgefallenen Drehtage habe ich Kurzarbeitergeld bekommen.

WELT: Wie war es bei Ihnen, Frau Macaulay?

Jacqueline Macaulay: Ich bin vor allem Theaterschauspielerin, daher verhält es sich bei mir anders. Vier Tage, bevor am 16. März der erste Lockdown begann, habe ich am Staatstheater Karlsruhe zu arbeiten begonnen, mit einem Gastvertrag bis zum Schluss der Spielzeit, über eine Premiere und rund zehn Vorstellungen. Ab 16. März wurde alles unterbrochen und die Premiere auf Oktober verschoben. Das Theater bezahlte mir die erste Hälfte der Probenpauschale aus, den zweiten Teil bekam ich, als die Proben wieder losgingen. Ein anderes Projekt, eine Koproduktion zwischen dem Stadttheater Trier und dem Théâtre National de Luxembourg, wurde abgesagt. Stattdessen probten wir ein Stück mit kleiner Besetzung, weil das in Luxemburg erlaubt war. Die Premiere fand Ende Oktober statt, und wir hatten bis jetzt drei Vorstellungen, weil Luxemburg bis dato keinen Lockdown hat. Dann hätte ich im Sommer noch bei "Cabaret" im Tipi am Kanzleramt mitspielen sollen. Das wurde ersatzlos gestrichen und aufs nächste Jahr verschoben - und nicht bezahlt, weil ich da als Soloselbständige engagiert bin. Insgesamt ist mir in diesem halben Jahr viel weggebrochen.

Meyer: Eigentlich müssten Theater die nicht stattfindenden Vorstellungen bezahlen, es sei denn, es gibt eine Vereinbarung über Kurzarbeit, denn schließlich ist das Theater der Arbeitgeber und trägt das Risiko, nicht der Arbeitnehmer. Einige tun das auch und zahlen die gesamte Gage, andere nur einen Teil und wieder andere berufen sich auf "höhere Gewalt" und zahlen gar nichts. Damit behandeln sie die Gäste wie Soloselbstständige, was diese aber in der Regel nicht sind. Die Ensemblemitglieder dagegen werden weiter bezahlt oder erhalten Kurzarbeitergeld.

Macaulay: Die meisten neuen Verträge enthalten jetzt eine Corona-Klausel, danach haben Gäste keinen Anspruch auf Bezahlung. Ich finde das sehr fragwürdig. Ich habe in meinem Karlsruher Vertrag auch eine Corona-Klausel, auf Nachfragen meinerseits aber bisher keine Antwort bekommen. Andere Theater kommen von sich aus auf ihre Gäste zu und zahlen trotz Corona-Klausel.

Meyer: Diese Regelung halten Juristen arbeitsrechtlich für nicht haltbar und damit unwirksam. Nur müsste man dagegen klagen. Welcher Schauspieler tut das schon? Schauspieler wollen ja weiterhin engagiert werden. Darum hat der BFFS diese Aufgabe übernommen und vielen Betroffenen helfen können. Dazu waren bislang nicht mal Gerichtsverfahren nötig.

Macaulay: Theoretisch gibt es für uns auf Projektbasis Beschäftigte andere Werkzeuge als die Hilfe für Soloselbstständige: Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld. In der Praxis aber hat kaum einer die nötige Anwartschaft für Arbeitslosengeld, und viele Theater weigern sich, Kurzarbeit zu beantragen, bleibt also nur die Grundsicherung. Die wird allerdings sehr bürokratisch ausgelegt. Viele bleiben auf der Strecke.

WELT: Haben Sie in Ihrer näheren Umgebung Künstler, die ihren Beruf aufgeben wollen?

Macaulay: Ja, einige, von Zweien weiß ich es sicher. Sie halten den Druck nicht aus. Meist sind es alleinerziehende Frauen. Die unterrichten dann mehr oder beginnen ein Studium in Richtung Psychologie oder ähnliches, denn auf der Bühne geht es ja auch darum, sich in Figuren einzufühlen.

Meyer: Man sagt ja, dass von zehn Absolventen einer Schauspielschule nur zwei oder drei langfristig im Beruf bleiben. Das war schon immer so, und das wird sich nun verstärken.

WELT: Was verdienen Schauspieler wirklich?

Meyer: Wir haben dazu eine Studie in Auftrag gegeben. Danach verdienen vier Prozent der Schauspieler mehr als 100.000 Euro im Jahr, am anderen Ende aber 70 Prozent unter 30.000. Jetzt haben wir sechs Monate mit faktischem Arbeitsverbot hinter uns, ein halbes Einkommensjahr fehlt also. Stellen Sie sich bei einem Einkommen von 20.000 Euro vor, was das fehlende Halbjahr de facto bedeutet. Es geht schlicht ums nackte Überleben. Verhungern wird keiner, aber viele werden aus dem Beruf gedrängt werden.

WELT: Es gibt Ankündigungen, Kulturetats zu verkleinern. Das ETA Hoffmann Theater in Bamberg hat die Kürzung schon. Alles wird schrumpfen. Heißt die Alternative also: Eigene Projekte auf die Beine stellen - oder an die Supermarktkasse?

Macaulay: Eigene Projekte muss man ja auch erst mal finanzieren. Aber Kreativität ist unser Metier. Das kleine Stück, das wir in Luxemburg statt des geplanten auf die Beine gestellt haben, war z.B. eine Adaption von Thomas Manns "Zauberberg", aktueller denn je, Lungenkrankheit, Weltabgeschiedenheit. Das musste überhaupt nicht Corona-tauglich gemacht werden. In den Zuschauerraum durften nur 50 Leute. Ich hatte das Gefühl, da sitzen 5000, so stark war die Reaktion, und beim Applaus saßen da Zuschauer mit Tränen in den Augen. Kultur ist das, was die Menschen in dieser schweren Situation brauchen, sich unter perfekten Hygienebedingungen für zwei Stunden woandershin zu katapultieren. Wenn man das nicht kann, verroht das Herz, und es kommen keine guten Gedanken. Die Menschen werden sauer, werden böse. Hans' Bruder - der Kabarettist Chin Meyer - hat uns vor Kurzem an die alten Griechen erinnert. Bei denen war Kunst Pflicht. Wer nicht ins Theater gegangen ist, wurde vom Militär von zu Hause abgeholt. Theater ist zuallererst Austausch, ein pulsierendes Herz, und wenn das so weitergeht, bleibt nur ein vertrocknetes. Um das Herz am Schlagen zu erhalten, braucht es auch Zuwendung von der Politik.

WELT: Aber "lohnt" es sich, vor 50 Leuten zu spielen?

Macaulay: Ich spiele auch vor zehn.

WELT: Im ersten Lockdown haben viele Künstler im Wohnzimmer Geige gespielt oder Brecht rezitiert und das ins Netz gestellt. Kommt das wieder?

Meyer: Das geht in die falsche Richtung, weil es diese Umsonstmentalität verstärkt. Die Frage, wovon die leben sollen, die das machen, wird nicht beantwortet. Da wird ein Freiheitsbegriff unterstützt, der nur den großen Techunternehmen nützt, die davon leben, dass sie Gratisinhalte anbieten, dafür Werbegelder kassieren, die Erschaffer dieser Inhalte aber nicht an dem Verdienst beteiligen. Die meisten tun das beim zweiten Lockdown auch nicht mehr, weil es inzwischen verpönt ist und überhaupt nichts bringt.

Macaulay: Ich konnte es beim ersten Lockdown verstehen. Der war ja wie eine Vollbremsung, eine Kreativität, die im Gang war, wurde unterbrochen. Aber man dachte, nach vier Wochen ist das vorbei.

WELT: Was ist jetzt Ihre Haltung?

Macaulay: Eher ein "Ohne uns wird es still". Wenn ich bestimmen könnte, würde ich Radio und Fernsehen Stille verordnen. Gut, Nachrichten würde es noch geben, aber alles andere wäre nicht verfügbar: nur Testbild und Stille. Das ist natürlich nicht machbar, aber man würde besser begreifen, dass die Künstler jetzt keine Kraft mehr haben, buchstäblich, keine Energie und Fantasie. Ich habe seit Februar nur fünf Vorstellungen gespielt, viele andere keine einzige.

WELT: Die Politik erkennt Ihre Hygienekonzepte ja durchaus an. Die Begründung für den zweiten Lockdown ist, dass "unnötige" Bewegungen von Menschen vermieden werden sollen. Ist shoppen nötig? Ist Kultur notwendig?

Meyer: Ich persönlich finde die Theaterschließungen falsch, akzeptiere sie aber. Desto wichtiger wäre es aber, dass die Hilfen nun endlich ankommen. Zum Beispiel funktioniert der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung nicht, weil in den Jobcentern Leute sitzen, die das Konzept nicht verstehen und Vorurteile gegenüber Kulturschaffenden haben. Sie machen ihnen das Leben schwer, weil sie sie für privilegiert halten. Das ist eine Unterstellung meinerseits, aber es ist eine Erfahrung, die viele Kollegen machen.

WELT: Auch die vereinfachte Grundsicherung soll nur gewährt werden, wenn kein "erhebliches" Vermögen existiert.

Meyer: Und das wird von den Jobcentern mit 60.000 Euro aufwärts beziffert. Aber wir müssen ja sparen, weil Schauspieler in der Regel keine anständige Rente haben. Kennen Sie den Fall Eleonore Weisgerber? Sie hat ihr Leben lang kontinuierlich gearbeitet, mehr als 50 Jahre lang, über 100 Rollen in Film und Fernsehen - und bekam anfangs eine Rente von etwas über 900 Euro, wegen der unvermeidlichen Lücken zwischen Engagements. Geld für die Alterssicherung sollte also nicht eingerechnet werden, aber wie soll das ein Mitarbeiter im Jobcenter im Detail beurteilen? So versanden die Versprechen der Politik an der Kleinteiligkeit der Bürokratie.

WELT: Das Wirtschaftsministerium hat eine Statistik über die Kreativbranche veröffentlicht, also über Autoren, Filmemacher, Musiker, Künstler, Architekten, Designer, Entwickler von Computerspielen …

Meyer: … wonach die Kreativbranche inzwischen die drittstärkste Wirtschaftskraft in Deutschland ist. Mit großem Vorsprung vor der Bundesliga.

WELT: Hat die Kultur nicht genug Lobbyarbeit für sich bei der Politik betrieben?

Meyer: Wir vom Bundesverband Schauspiel haben die letzten 14 Jahre nichts anderes getan, als Lobbyarbeit zu betreiben. Ich kenne diese Klagen, auch von Schauspielern, und dazu kann ich nichts anderes sagen als: Dann tretet doch endlich in den BFFS ein und unterstützt uns.

WELT: Wie war noch mal die Geschichte mit der Pandemiehilfe von Netflix?

Meyer: Netflix wollte helfen. Wir hatten kurz vor dem ersten Lockdown eine vorbildhafte Vereinbarung über Vergütungsregeln mit ihnen geschlossen. Nun wollten sie einen Nothilfefonds für Filmschaffende auflegen. Aber diese Hilfen wären von der Grundsicherung abgezogen worden. Deshalb ist dieser Fonds leider aus verständlichen Gründen nicht zustande gekommen.

WELT: Wer wäre Netflix-hilfsberechtigt gewesen?

Macaulay: Gedacht war die Hilfe für bedürftige Filmschaffende, gestaffelt nach dem Grad der Bedürftigkeit. Solange der Geldvorrat reicht. Mitwirkung in einer Netflix-Produktion wäre keine Voraussetzung gewesen.

WELT: So selbstlos kenne ich Netflix gar nicht.

Meyer: Sie haben sich ein bisschen vom Saulus zum Paulus gewandelt. Wir machen gerade sehr gute Erfahrungen mit Netflix. Sie sind an einem nachhaltig guten Verhältnis zur hiesigen Kreativwirtschaft interessiert und haben sich z.B. auch finanziell an der von uns ins Leben gerufenen Vertrauensstelle Themis beteiligt.

WELT: Wie viel Euro wären in dem Fonds drin gewesen?

Meyer: Auf jeden Fall ein siebenstelliger Betrag.

WELT: Es gibt Gerüchte, dass Theater gezwungen sein werden, ihr Ensemble zu verkleinern oder Bühnen zusammenzulegen. Solch eine Verkleinerung spart zwar Gehalt, macht es aber auch unmöglich, Stücke mit vielen Personen zu inszenieren. Schrumpft damit das Repertoire?

Macaulay: Man könnte die Lücken natürlich mit Gästen füllen.

Meyer: Wenn ein Ensemble aus finanziellen Gründen verkleinert wird, ist auch das Geld für Gäste nicht da.

Macaulay: Man wird die Gagen für Gäste drücken.

Meyer: Zweipersonenstücke sind mittlerweile extrem beliebt. Oder Vier-Personen-Stücke, diese well-made plays à la Yasmina Reza, immer zwei Männer, zwei Frauen, funktioniert gut und ist leicht zu inszenieren. Der Markt ist überschwemmt damit.

WELT: Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Pfeiffer-Pönsgen hat die Kulturschaffenden aufgefordert, nicht ständig Extrawürste zu verlangen.

Meyer: Das ist der kulturfeindliche Reflex, der wieder aufbricht.
Netflix wollte einen Nothilfefonds auflegen

Hans-Georg Rodek von der WELT hat mit Vorstandsmitglied Hans-Werner Meyer und Jacqueline Macaulay ein Interview zum Thema Corona-Hilfen geführt. Nachfolgend teilen wir das Interview.

Wegen dem sich viele Kulturschaffende permanent in der Defensive fühlen, in einem Rechtfertigungsdruck. "Macht doch lieber was Anständiges", haben die Eltern immer gesagt. Pfeiffer-Pönsgen tut so, als sei die Kultur für die Kulturschaffenden da. Tatsächlich ist sie für die Menschen da, und die Menschen leiden darunter, dass sie momentan keine haben. Ich wäre dafür, Kultur als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen.
BFFS

Die Kontaktdaten der Geschäftsstelle:

Die Geschäftsstelle ist Montag bis Freitag von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr telefonisch unter +49 (030) 225027930, sowie per E-Mail unter [email protected] erreichbar.

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Kurfürstenstraße 130
D-10785 Berlin

Tel: +49 (030) 225 02 79 30
Fax: +49 (030) 225 02 79 39

"Ohne uns wird es still": Jacqeline Macaulay und Hans-Werner Meier Foto: © Dan Zoubek

Adresse

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Berlin
10787

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Temporärer Studioraum ab sofort gesucht! Aufgrund einer nicht mehr auszuhaltenden Lärmbelastung durch eine Großbaustelle direkt an meinem Studio suche ich ab sofort eine Ausweichmöglichkeit zum Arbeiten. Was ich bräuchte: - Ruhe - Internet - kleinen Raum (gerne akustisch optimiert, aber nicht zwingend) - innerhalb des S-Bahnrings gerne Kreuzberg, Schöneberg, Mitte, Charlottenburg, Neukölln, Fhain - voraussichtlich für 3-6 Monate Bin für jeden Tipp dankbar, der ein oder andere weiß bestimmt wie furchtbar das ist... Beste Grüße, Chris Bremus
Hallo liebe Kollegen, ich brauche Eure Unterstützung! Mein Musikvideo und Soundtrack "The 4 Elements - Voyage" wurde von Shure zur Teilnahme an ihrem Contest ausgewählt. Ich benötige mindestens 50 Stimmen beim Voting, um die Chance zu erhalten, von Shure nach Los Angeles zur Recording Session in die Capitol Studios eingeladen zu werden. Aktuell fehlen nur noch neun Stimmen. Ich würde mich freuen, wenn auch Ihr mir Eure Stimme gebt. Jede Stimme zählt! Ich will nach L. A.! Mit Eurer Unterstützung kann ich es schaffen! Jeder, der mir seine Stimme gibt, wird namentlich auf dem CD Cover genannt! Einfach den Link unten anklicken, auf "Jetzt voten!" klicken und den erhaltenen Code auf der Seite eintragen - und Eure Stimme wird gezählt! Besten Dank für Eure Zeit!