10/03/2026
Organisieren einer TANGO BROTHERS Milonga
Du hast vielleicht bemerkt, dass immer mehr größere Milongas ihre Termine reduzieren, ums Überleben kämpfen, oder aufhören. Milongas die seit 25 Jahren wöchentlich stattfanden, haben aufgehört, oder finden seltener statt.
Auch Gottfried und ich haben Anfang des Jahres über die Möglichkeit diskutiert, weitere Tango Brother Milongas zu organisieren. Wir organisieren mit viel Aufwand eine der größten Milongas und sind auf zahlreiche Gäste angewiesen, um den Aufwand rechtfertigen und die Kosten tragen zu können. Nachdem wir 7 Jahre lang 15,- EUR beibehalten konnten (und auch gerne weiterhin beibehalten hätten), müssen wir unseren Eintritt nun auf 20,- EUR erhöhen. Wenn Du Dich ein bisschen dafür interessierst, wieviel Aufwand mit der Organisation unserer Tango Brothers Milonga verbunden ist, würde ich Dich gerne einmal dazu mitnehmen:
Die Organisation einer 6 Stunden Tango Brothers Milonga bedeutet für Gottfried und mich einen 16 Stunden langen Arbeitstag. Aber damit ist es noch lange nicht getan! Davor kommt regional und international abgestimmte Terminplanung, Buchung und Diskussion diverser Problemchen rund um die Saalmiete, Besorgung und Reparatur diverser Saal- und Veranstaltungsequipments, DJ-Planung inkl. Buchung, Anreise, Transfer, Unterkunft und Verpflegung. Aktualisierung von Veranstaltungsunterlagen, Dokumentation, Inventarlisten, Website, Social Media Posts, Newsletters, Bearbeitung von E-Mail Anfragen und Reservierungen, Kassen und Wechselgeld.
Am Veranstaltungstag geht es für Gottfried und mich dann um 14h los. Es gilt ein Auto voll an Veranstaltungsequipment zu besorgen. Es müssen sämtliche Getränke, Verpflegung, Snacks, Tischtücher, Tombolageschenke, Blumen und diverses Veranstaltungequipment besorgt und vor Ort gebracht werden. Um 16h beginnen wir dann mit dem Aufbau im Saal. Wenn wir Glück haben finden wir den Saal leer vor.
Wenn wir Pech haben, müssen wir zuerst eine aufgestellte und den Raum trennende Zwischenwand, sowie diverse andere Veranstaltungssachen mühsam und zeitaufwändig wegräumen. Danach beginnen wir die gesamte Bareinrichtung aufzubauen. Von den einzukühlenden Getränken und Spirituosen, über die Kaffeemaschine und Eiswürfelmaschine, zu Wasserkocher, Toaster, Teesortiment, Gläser, Krüge, Teller und Barequipment.
Wir finden es toll, dass wir die Freiheit haben zu entscheiden wie wir unsere Bar betreiben. Wir sind stolz darauf unseren Gästen qualitativ hervorragende Getränke und eine große Auswahl an Spirituosen anbieten zu können. Aber der Aufwand dies alles für einen Samstag Abend auf- und nach der Veranstaltung wieder abzubauen ist groß, sehr groß. Die Getränkeeinnahmen decken gerade die Kosten für Personal und Einkauf.
Dann wächst Gottfried über sich hinaus. Meistens im Alleingang bewegt er knapp eine halbe Tonne an PA-Anlagen Equipment. Allein einer der 4 Lautsprecher mit Stativ kommt auf gut 60 kg. Dazu kommen dann noch Speakermanagementsystem, DJ-Mixer, Starkstromversorgung und an die 200 Meter Verkabelung, die es sauber zu verlegen gilt.
Meistens müssen wir dann noch zahlreiche der Beleuchtungsscheinwerfer ausrichten. Dazu müssen wir mit einer sehr großen und schweren Leiter zu jedem einzelnen Scheinwerfer, um diesen justieren zu können.
Danach gilt es rund 25 Tische und über 100 Stühle in den Raum zu bringen und aufzustellen. Diese werden dann jeweils mit Tischtuch, Vase, Blumen, Snacks, TicTacs, Flyer, Reservierungstäfelchen und Getränkekarten dekoriert.
Jetzt sind wir auch auf bezahlte Hilfe angewiesen um die Bar und den Welcome Desk betreiben zu können. Meistens kann uns das bewährte Team aus Bratislava dabei unterstützen. Inzwischen ist dann auch hoffentlich schon der oft aus dem Ausland angereiste DJ angekommen. Wenn das Anschließen und der Soundcheck gut verläuft, fällt hier nicht soviel Zusatzarbeit an.
Nun warten, und hoffen wir auf zahlreiche Gäste!
So wichtig wöchentliche Kurse, Praktikas und Milongas sind; so schön finde ich es auch, wenn es hie und da die Gelegenheit gibt hier lokal und ganz ohne Registrierungsprozedere in einer vergleichbaren Größe eines Festivals, oder eines internationalen Marathons, auf einer großen Tanzfläche mit vielen Gästen zusammen tanzen zu können. Das bereichert doch das Tangoerlebnis um soviel und wir hoffen sehr, auch weiterhin diese Möglichkeit der Wiener Tangoszene anbieten zu können.
Und wie schön ist es wenn wir sehen, dass sich bei uns altbekannte Tangofreunde, die sich teilweise jahrelang nicht mehr gesehen haben, auf die junge, neue Tangogeneration treffen, und Gäste aus verschiedenen Szenen, Schulen, Regionen oder Länder miteinander plaudern und zusammen tanzen.
Nach der Milonga müssen Gottfried und ich alles wieder abbauen. Alle Tische und Sessel müssen wieder weggeschafft, die PA-Anlage abgebaut, die Bar komplett ausgeräumt werden. Das Auto mit Veranstaltungsequipment, Leergut, Getränke und Essensreste, zu waschenden Tischtüchern beladen. Zwischen 6 und 7 in der Früh kommen wir nach Hause. Am Sonntag wird die Dokumentation, Kassen und Listen aufgearbeitet und die große Frage beantwortet: Hatten wir die mindestens 100 Gäste die wir benötigen um die Kosten für Ausgaben, Miete und Barbetrieb zu decken?
Trotzdem spreche ich glaube ich für Gottfried und mich, wenn ich sage, dass wir alles versuchen wollen diese Veranstaltung so lange wie möglich weiterhin zu organisieren. Denn zu sehen, wie soviele Leute einen schönen Abend zusammen verbringen, ist jedes mal ein fantastisches Erlebnis!
Herzlichen Dank an alle Freunde, Gäste, TänzerInnen die uns immer wieder besuchen und das so ermöglichen!
Please find info, details and updates here:
Website: https://tangobrothers.at/
FB-Group: https://www.facebook.com/groups/tangobrothers
Big Tango Hugs,
your tangobrothers
Bernhard & Gottfried